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Wirtschaft

Bundesschatz in Österreich: So funktioniert die Geldanlage direkt beim Staat – Sicherheit, Laufzeiten & Steuern

Redaktion
aktualisiert: 13. August 2026 16:13

Stand: 13. August 2026. Mit dem Bundesschatz können Privatpersonen ihr Geld direkt bei der Republik Österreich veranlagen. Statt ein Sparbuch bei einer Bank oder eine klassische Bundesanleihe über ein Wertpapierdepot zu kaufen, werden fixverzinste Wertpapiere unmittelbar über Bundesschatz erworben. Möglich ist das bereits ab 100 Euro.

Zur Auswahl stehen Laufzeiten von 1 Monat, 6 Monaten, 12 Monaten, 4 Jahren und 10 Jahren. Die Republik verrechnet für Kauf, Verwaltung, Wiederveranlagung und Auszahlung keine Gebühren oder Spesen. Die Zinssätze werden laufend an die Finanzmarktlage angepasst und für jede konkrete Veranlagung ab dem Geldeingang für die gesamte gewählte Laufzeit fixiert.

Bundesschatz ist damit besonders für Menschen interessant, die hohe Sicherheit und planbare Zinsen suchen. Er ist aber kein Tagesgeldkonto und kein Sparbuch: Steuer, Verfügbarkeit und rechtliche Konstruktion unterscheiden sich teilweise deutlich von klassischen Bankeinlagen.

Bundesschatz kurz erklärt Stand August 2026
Emittent Republik Österreich
Mindestanlage 100 Euro
Laufzeiten 1 Monat, 6 Monate, 12 Monate, 4 Jahre, 10 Jahre
Verzinsung für die jeweilige Laufzeit fix
Zinssatz wird täglich neu für neue Veranlagungen festgelegt
Gebühren der Republik keine
KESt für österreichische Privatanleger grundsätzlich 27,5 %
Wertpapierdepot notwendig? nein
Vorzeitige Auszahlung möglich, allerdings mit reduziertem Zinsertrag
Einlagensicherung nein – Bundesschatz ist keine Bankeinlage

Was ist der Bundesschatz in Österreich?

Wer einen Bundesschatz kauft, stellt der Republik Österreich für einen vereinbarten Zeitraum Geld zur Verfügung. Im Gegenzug erhält der Anleger einen fixen Zinssatz.

Rechtlich handelt es sich um ein Wertpapier der Republik Österreich. Das ist ein entscheidender Unterschied zu einem Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto bei einer Bank.

Beim klassischen Banksparen besteht eine Forderung gegenüber dem jeweiligen Kreditinstitut. Beim Bundesschatz besteht die Forderung unmittelbar gegenüber der Republik Österreich als Emittentin.

Ein klassisches Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker ist dafür nicht erforderlich. Der Bundesschatz wird direkt über die dafür eingerichtete Plattform der Republik verwaltet.

Welche Laufzeiten gibt es?

2026 werden fünf Laufzeiten angeboten:

Laufzeit Variante Typischer Einsatz
1 Monat klassischer Bundesschatz sehr kurzfristig nicht benötigtes Geld
6 Monate grüner Bundesschatz kurzfristige Veranlagung mit Nachhaltigkeitsfokus
12 Monate klassischer Bundesschatz Geld, das rund ein Jahr nicht benötigt wird
4 Jahre grüner Bundesschatz mittelfristige Veranlagung
10 Jahre klassischer Bundesschatz langfristig planbares Kapital

Die Verzinsung ist nicht für alle Laufzeiten identisch. Zudem werden die Konditionen für neue Einzahlungen täglich neu festgelegt. Wer heute einzahlt, kann daher einen anderen Zinssatz erhalten als jemand, dessen Geld einige Tage später eingeht.

Entscheidend ist der Zinssatz am Tag des tatsächlichen Geldeingangs. Danach bleibt dieser Satz für die gesamte gewählte Laufzeit fix.

Warum nennen wir hier keine dauerhaft feste Zinssatztabelle?

Ein Artikel mit vermeintlich „aktuellen Bundesschatz-Zinsen“, der nur gelegentlich aktualisiert wird, kann schnell irreführend werden. Die Republik legt die Konditionen für neue Veranlagungen laufend neu fest.

Deshalb sollte unmittelbar vor einer Einzahlung immer der aktuelle Bundesschatz-Zinssatz des jeweiligen Geldeingangstages geprüft werden.

Wer zusätzlich wissen möchte, welche Banken derzeit Tagesgeld, gebundenes Sparen oder andere klassische Sparprodukte anbieten, findet im aktuellen Sparzinsen-Vergleich für Österreich die passende Ergänzung. So lassen sich staatliche Fixverzinsung und klassische Bankangebote getrennt beurteilen.

Wie sicher ist Bundesschatz?

Die zentrale Besonderheit besteht darin, dass das angelegte Kapital unmittelbar eine Forderung gegenüber der Republik Österreich darstellt.

Österreich verfügt nach den aktuellen Bewertungen internationaler Ratingagenturen über eine sehr hohe Kreditwürdigkeit. Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur führt die jeweils aktuellen Ratings der Republik.

Die offizielle Bundesschatz-Seite bezeichnet die Veranlagung deshalb als besonders sicher und verweist darauf, dass es innerhalb Österreichs keinen Emittenten mit besserer Bonität als die Republik selbst gibt.

Für Anleger ist dennoch eine saubere Formulierung wichtig: Auch eine Staatsforderung ist wirtschaftlich nicht dasselbe wie eine mathematisch völlig risikofreie Anlage. Entscheidend ist die Zahlungsfähigkeit der Republik Österreich. Das Ausfallsrisiko wird aufgrund ihrer sehr hohen Bonität als sehr gering eingeschätzt.

Gilt beim Bundesschatz die Einlagensicherung bis 100.000 Euro?

Nein. Und genau das ist kein Nachteil des Produkts, sondern eine Folge seiner anderen Konstruktion.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt klassische Bankguthaben wie Girokonten, Sparkonten, Sparbücher und Festgelder grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro berechtigtem Einleger und Bank. In bestimmten gesetzlich definierten Situationen können vorübergehend höhere Beträge geschützt sein.

Beim Bundesschatz liegt dagegen keine Bankeinlage vor. Deshalb greift diese Einlagensicherung nicht. Der Anleger besitzt stattdessen unmittelbar ein Wertpapier der Republik Österreich.

Bundesschatz Bankeinlage
Schuldner Republik Österreich jeweilige Bank
Produktart Wertpapier Geldeinlage
Einlagensicherung nicht anwendbar grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Einleger und Bank
Depot erforderlich nein nein

Für größere Geldbeträge ist diese Unterscheidung besonders relevant. Wer beispielsweise einen Immobilienverkauf, eine Erbschaft oder eine Abfertigung erhält, sollte nicht allein auf einen Zinssatz schauen. Unser Ratgeber zum Thema größere Geldsumme in Österreich sicher parken und anlegen behandelt die Aufteilung solcher Beträge ausführlicher.

Bundesschatz oder Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld?

Bundesschatz konkurriert in der Praxis vor allem mit konservativen Sparformen. Trotzdem sind die Produkte nicht vollständig austauschbar.

Bundesschatz vs. Tagesgeld

Tagesgeld beziehungsweise ein täglich verfügbares Sparkonto eignet sich besonders für Geld, das kurzfristig benötigt werden könnte.

Der Zinssatz ist dort typischerweise variabel. Eine Bank kann ihn entsprechend den Vertragsbedingungen verändern. Dafür bleibt das Geld grundsätzlich täglich verfügbar.

Beim Bundesschatz wird dagegen für jede Veranlagung eine bestimmte Laufzeit gewählt und der Zinssatz dafür fixiert.

Kriterium Bundesschatz Tagesgeld
Zinssatz für Laufzeit fix meist variabel
Verfügbarkeit Laufzeit; vorzeitige Auszahlung möglich grundsätzlich täglich
KESt grundsätzlich 27,5 % bei klassischer Bankeinlage grundsätzlich 25 %
Einlagensicherung nein grundsätzlich bis 100.000 Euro je Einleger und Bank
Schuldner Republik Österreich Bank

Für einen Notgroschen ist tägliche Verfügbarkeit besonders wichtig. Bundesschatz sollte deshalb nicht automatisch ein frei verfügbares Rücklagenkonto ersetzen. Weitere Überlegungen dazu finden sich in unserem Beitrag zum Notgroschen in Österreich.

Bundesschatz vs. Festgeld

Festgeld beziehungsweise gebundenes Sparen kommt dem Bundesschatz konzeptionell näher. Bei beiden Varianten wird Geld für einen bestimmten Zeitraum zu einem festgelegten Zinssatz veranlagt.

Der entscheidende Unterschied bleibt der Schuldner:

  • Beim Festgeld besteht die Forderung gegenüber einer Bank.
  • Beim Bundesschatz besteht die Forderung gegenüber der Republik Österreich.

Hinzu kommen unterschiedliche Steuer- und Sicherungsregeln. Deshalb sollte nicht nur der angegebene Bruttozinssatz verglichen werden.

Bundesschatz vs. Sparbuch

Das klassische Sparbuch besitzt in Österreich weiterhin einen besonderen Stellenwert. Seine Konstruktion ist allerdings ebenfalls eine Bankeinlage und damit grundlegend anders als Bundesschatz.

Wer sich für Geschichte, Losungswort, Verlust eines Sparbuchs und heutige Regeln interessiert, findet dazu unseren ausführlichen Ratgeber zum Sparbuch in Österreich.

Warum 27,5 % KESt statt 25 % bei Sparzinsen?

Ein wichtiger Unterschied wird beim Vergleich häufig übersehen.

Zinsen aus klassischen Geldeinlagen bei Banken – insbesondere Sparbüchern und Girokonten – unterliegen in Österreich grundsätzlich einem besonderen Steuersatz von 25 Prozent.

Bundesschätze sind dagegen Wertpapiere. Für die daraus erzielten Zinseinkünfte gilt bei in Österreich steuerpflichtigen Privatpersonen grundsätzlich eine KESt von 27,5 Prozent.

Die Steuer wird beim Bundesschatz automatisch einbehalten.

Warum der Bruttozinssatz allein nicht reicht

Angenommen, zwei sichere Anlageangebote hätten zufällig denselben Bruttozinssatz. Dann wäre der Nettoertrag nicht zwingend identisch, wenn auf den einen Zinsertrag 25 Prozent und auf den anderen 27,5 Prozent Steuer entfallen.

Beim Vergleich sollte deshalb immer gefragt werden:

  • Wie hoch ist der aktuelle Bruttozinssatz?
  • Welcher KESt-Satz gilt?
  • Fallen Gebühren an?
  • Wie lange ist das Geld gebunden?
  • Ist der Zinssatz fix oder variabel?
  • Wie sicher ist die jeweilige Forderung?

Genau deshalb ergänzt Bundesschatz einen Sparzinsen-Vergleich für Österreich, ersetzt ihn aber nicht. Erst der Vergleich von Nettoertrag, Laufzeit, Verfügbarkeit und Sicherheit zeigt, welche Variante für das konkrete Sparziel sinnvoller ist.

Kann man Bundesschatz vorzeitig auszahlen lassen?

Ja. Das Kapital ist nicht vollständig bis zum letzten Tag blockiert.

Allerdings sollte die Möglichkeit der vorzeitigen Auszahlung nicht mit der täglichen Verfügbarkeit eines Sparkontos verwechselt werden.

Bei den kurzen Laufzeiten von 1, 6 und 12 Monaten wird bei einer vorzeitigen Auszahlung ein Teil des ursprünglich vereinbarten Zinssatzes entsprechend der verbleibenden Laufzeit abgezogen.

Bei den Laufzeiten von 4 und 10 Jahren hängt der tatsächlich gutgeschriebene Zins davon ab, wie lange das Geld tatsächlich veranlagt war. Die offizielle Bundesschatz-Plattform veröffentlicht dafür entsprechende Berechnungstabellen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kapital und Zinsertrag: Nach den aktuellen Bundesschatz-Bedingungen bleibt bei einer vorzeitigen Auszahlung das eingezahlte Kapital erhalten; reduziert wird der Zinsertrag.

Ist Bundesschatz deshalb genauso flexibel wie Tagesgeld?

Nein.

Wer Geld jederzeit für Autoreparatur, Zahnarztrechnung oder eine unerwartete Haushaltsausgabe benötigt, sollte die Liquidität eines täglich verfügbaren Kontos nicht unterschätzen.

Bundesschatz eignet sich eher für den Teil des Geldes, für den bereits absehbar ist, dass er für einen gewissen Zeitraum nicht benötigt wird.

Wie eröffnet man ein Bundesschatz-Konto?

Die digitale Kontoeröffnung erfolgt über die Bundesschatz-Plattform. Für den Online-Zugang wird grundsätzlich eine ID Austria mit Vollfunktion verwendet.

Der Ablauf ist vergleichsweise einfach:

  1. Mit ID Austria anmelden.
  2. Bundesschatz-Konto eröffnen und erforderliche Daten ergänzen.
  3. Persönliches Referenzkonto hinterlegen.
  4. Gewünschte Laufzeit auswählen.
  5. Mindestens 100 Euro vom Referenzkonto überweisen.
  6. Nach Geldeingang wird der entsprechende Bundesschatz angelegt.

Für Personen, die den digitalen Weg nicht verwenden möchten beziehungsweise können, besteht außerdem eine postalische Möglichkeit zur Kontoeröffnung.

Braucht man ein österreichisches Wertpapierdepot?

Nein. Genau darin unterscheidet sich Bundesschatz von klassischen Bundesanleihen, die üblicherweise über Bank oder Broker erworben und in einem Wertpapierdepot verwahrt werden.

Die Verwaltung der Bundesschätze erfolgt direkt über das eigene Bundesschatz-Konto.

Welches Referenzkonto wird benötigt?

Für Ein- und Auszahlungen wird ein persönliches Referenzkonto hinterlegt. Pro Bundesschatz-Konto kann nach den aktuellen Bedingungen ein Referenzkonto verwendet werden, das auf den Namen des Kontoinhabers lauten muss.

Was passiert am Ende der Laufzeit?

Für jede Veranlagung kann gewählt werden, ob das Geld nach Ablauf ausgezahlt oder wiederveranlagt werden soll.

Auszahlung

Bei Auszahlung wird das Kapital zusammen mit den erwirtschafteten Zinsen – nach Abzug der KESt – auf das hinterlegte Referenzkonto überwiesen.

Wiederveranlagung

Alternativ können Kapital und Nettozinsen erneut angelegt werden.

Wichtig: Bei der Wiederveranlagung gilt nicht automatisch der ursprüngliche Zinssatz. Es kommt der dann für die neue Laufzeit gültige Zinssatz zur Anwendung.

Wer seine Entscheidung ändern möchte, kann Auszahlung beziehungsweise Wiederveranlagung nach den aktuellen Bedingungen bis kurz vor dem Laufzeitende anpassen.

Was sind grüne Bundesschätze?

Bei den Laufzeiten von 6 Monaten und 4 Jahren handelt es sich derzeit um sogenannte grüne Bundesschätze.

Die Mittel werden nach dem Rahmenwerk für grüne Bundeswertpapiere für geeignete ökologische beziehungsweise klimarelevante staatliche Ausgaben verwendet.

Dazu zählen nach Angaben der Republik unter anderem:

  • Ausbau der Schieneninfrastruktur,
  • erneuerbare Energien,
  • Ladeinfrastruktur für Elektromobilität,
  • intelligente Stromnetze,
  • Naturschutz und Biodiversität,
  • nachhaltige Wasserwirtschaft.

Die grüne Zweckbindung verändert jedoch nicht das Grundprinzip der Anlage: Auch der grüne Bundesschatz ist ein Wertpapier der Republik Österreich mit fixer Laufzeit und Verzinsung.

Bundesschatz für Selbstständige: Gewinnfreibetrag als Spezialfall

Für Unternehmerinnen, Unternehmer und Selbstständige kann Bundesschatz zusätzlich im Zusammenhang mit dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag interessant sein.

Bundesschatz-Wertpapiere können bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen für die erforderliche Wertpapierdeckung verwendet werden. Dabei gelten allerdings besondere steuerliche Anforderungen, insbesondere hinsichtlich der notwendigen Behaltefrist und der Zuordnung zum Betriebsvermögen.

Das ist keine allgemeine Empfehlung, Bundesschatz allein aus steuerlichen Gründen zu kaufen. Ob und in welcher Höhe der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag sinnvoll genutzt werden kann, hängt von Gewinn, betrieblichen Investitionen und der individuellen steuerlichen Situation ab.

Selbstständige sollten diesen Punkt deshalb mit ihrer Steuerberatung abstimmen.

Für wen kann Bundesschatz sinnvoll sein?

Bundesschatz kann besonders interessant sein, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

  • Sicherheit steht an erster Stelle.
  • Das Geld wird für einen bestimmten Zeitraum voraussichtlich nicht benötigt.
  • Ein fixer Zinssatz ist wichtiger als tägliche Verfügbarkeit.
  • Ein Wertpapierdepot soll nicht eröffnet werden.
  • Gebühren sollen möglichst vermieden werden.
  • Die direkte Forderung gegenüber der Republik Österreich wird bevorzugt.
  • Bei einem Teil des Kapitals soll eine grüne staatliche Veranlagung genutzt werden.

Wann kann ein Sparkonto die bessere Lösung sein?

Ein klassisches Sparkonto beziehungsweise Tagesgeld kann sinnvoller sein, wenn:

  • das Geld jederzeit verfügbar sein muss,
  • es sich um den persönlichen Notgroschen handelt,
  • kurzfristige Ausgaben wahrscheinlich sind,
  • aktuell besonders attraktive Aktionszinsen einer Bank verfügbar sind,
  • die gesetzliche Einlagensicherung bewusst Teil der Sicherheitsstrategie sein soll.

Gerade hier liegt die wichtigste Verbindung zwischen beiden Anlageformen: Bundesschatz sollte nicht isoliert betrachtet werden. Wer konservativ veranlagen möchte, kann zunächst die aktuellen Sparzinsen österreichischer Angebote vergleichen und anschließend prüfen, ob Laufzeit, Nettozins und Flexibilität des Bundesschatzes besser zum eigenen Sparziel passen.

Typische Fehler beim Bundesschatz vermeiden

1. Nur auf den Bruttozinssatz schauen

Der Nettozins hängt auch von der Besteuerung ab. Bundesschatz-Zinsen werden grundsätzlich mit 27,5 Prozent KESt besteuert, klassische Sparzinsen aus Bankeinlagen grundsätzlich mit 25 Prozent.

2. Den Notgroschen langfristig binden

Eine vorzeitige Auszahlung ist zwar möglich, reduziert jedoch den Zinsertrag. Kurzfristig notwendige Liquidität sollte deshalb getrennt geplant werden.

3. Bundesschatz mit Einlagensicherung verwechseln

Es handelt sich um ein Wertpapier der Republik Österreich und nicht um eine durch die Einlagensicherung geschützte Bankeinlage.

4. Von heute sichtbaren Zinsen auf die Zukunft schließen

Die Zinssätze für neue Veranlagungen werden täglich neu festgelegt. Der heutige Zinssatz sagt deshalb nichts darüber aus, welche Konditionen in einigen Monaten gelten.

5. Automatische Wiederveranlagung vergessen

Wer am Laufzeitende das Geld benötigt, sollte rechtzeitig prüfen, ob Auszahlung oder Wiederveranlagung ausgewählt ist.

6. Zehn Jahre nur wegen eines höheren Zinssatzes wählen

Eine lange Laufzeit sollte zum persönlichen Finanzplan passen. Steigen die Marktzinsen später deutlich, bleibt der bestehende Bundesschatz grundsätzlich an seinem ursprünglichen Fixzins gebunden.

FAQ zum Bundesschatz in Österreich

Was ist Bundesschatz einfach erklärt?

Bundesschatz ist eine direkte, fixverzinste Veranlagung in Wertpapiere der Republik Österreich. Anleger stellen dem Staat für eine gewählte Laufzeit Geld zur Verfügung und erhalten dafür einen fixen Zinssatz.

Wie viel Geld muss man mindestens anlegen?

Der Mindesteinzahlungsbetrag beträgt derzeit 100 Euro.

Gibt es eine maximale Anlagesumme?

Nach den aktuellen Bundesschatz-Bedingungen gibt es keine allgemeine betragliche Obergrenze für Einzahlungen.

Welche Laufzeiten gibt es 2026?

Zur Auswahl stehen aktuell 1 Monat, 6 Monate, 12 Monate, 4 Jahre und 10 Jahre.

Wie hoch sind die Bundesschatz-Zinsen aktuell?

Die Zinssätze werden täglich neu festgelegt und unterscheiden sich je nach Laufzeit. Maßgeblich ist der Zinssatz am Tag des Geldeingangs. Für einen aktuellen Vergleich sollte deshalb unmittelbar vor der Veranlagung die offizielle Konditionsseite geprüft werden.

Ändert sich mein Zinssatz während der Laufzeit?

Nein. Sobald die Veranlagung zustande gekommen ist, bleibt der für diese Anlage geltende Zinssatz während der gewählten Laufzeit fix.

Welche KESt fällt beim Bundesschatz an?

Für in Österreich steuerpflichtige Privatpersonen werden die Zinseinkünfte aus Bundesschatz grundsätzlich mit 27,5 Prozent KESt besteuert. Die Steuer wird automatisch einbehalten.

Warum haben Sparzinsen nur 25 Prozent KESt?

Zinsen aus klassischen Geldeinlagen bei Banken wie Sparbüchern und Girokonten unterliegen grundsätzlich dem besonderen Steuersatz von 25 Prozent. Bundesschatz ist dagegen ein Wertpapier; dessen Zinsen fallen grundsätzlich unter den Steuersatz von 27,5 Prozent.

Brauche ich für Bundesschatz ein Depot?

Nein. Es ist kein klassisches Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker erforderlich.

Ist Bundesschatz ein Sparbuch?

Nein. Ein Sparbuch ist eine Einlage bei einer Bank. Bundesschatz ist ein Wertpapier der Republik Österreich.

Gilt die Einlagensicherung für Bundesschatz?

Nein. Die gesetzliche Einlagensicherung betrifft Bankeinlagen. Beim Bundesschatz besteht stattdessen eine direkte Forderung gegenüber der Republik Österreich.

Kann man Bundesschatz vorzeitig kündigen?

Eine vorzeitige Teil- oder Gesamtauszahlung ist möglich. Dabei wird allerdings der Zinsertrag entsprechend den aktuellen Regeln reduziert. Das eingezahlte Kapital bleibt nach den Bundesschatz-Bedingungen erhalten.

Kann ich Bundesschatz ohne ID Austria kaufen?

Für das digitale Bundesschatz-Konto wird grundsätzlich ID Austria mit Vollfunktion verwendet. Zusätzlich besteht eine postalische beziehungsweise analoge Möglichkeit.

Was passiert nach Ablauf der Laufzeit?

Das Kapital kann inklusive Nettozinsen auf das Referenzkonto ausgezahlt oder erneut veranlagt werden. Bei einer Wiederveranlagung gilt der zu diesem Zeitpunkt aktuelle Zinssatz der neu gewählten Laufzeit.

Was ist ein grüner Bundesschatz?

Bei grünen Bundesschätzen werden die aufgenommenen Mittel entsprechend dem Rahmenwerk der Republik für geeignete grüne staatliche Ausgaben verwendet. 2026 werden die Laufzeiten von sechs Monaten und vier Jahren als grüne Bundesschätze angeboten.

Ist Bundesschatz besser als Tagesgeld?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bundesschatz bietet einen festen Zinssatz für eine gewählte Laufzeit und eine direkte Forderung gegenüber der Republik Österreich. Tagesgeld bietet dagegen grundsätzlich höhere kurzfristige Flexibilität. Zusätzlich unterscheiden sich Besteuerung und Einlagensicherung.

Ist Bundesschatz für den Notgroschen geeignet?

Für den gesamten Notgroschen ist eine täglich verfügbare Anlage häufig praktischer. Bundesschatz kann dagegen für einen Teil des Kapitals interessant sein, der für einen klar definierten Zeitraum nicht benötigt wird.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Zinssätze, steuerliche Rahmenbedingungen und Produktbedingungen können sich ändern. Vor einer Veranlagung sollten die aktuellen offiziellen Konditionen und die eigene Liquiditätsplanung geprüft werden.

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