Stand: 13. August 2026. Die nächste von Österreich aus sichtbare Sonnenfinsternis findet am 2. August 2027 statt. Weltweit handelt es sich dabei um eine totale Sonnenfinsternis, von Österreich aus ist sie jedoch nur partiell zu sehen. Je nach Standort werden rund 47 bis 55 Prozent der Sonnenfläche bedeckt.
Deutlich außergewöhnlicher wird es später: Am 13. Juli 2075 verläuft eine ringförmige Sonnenfinsternis durch Teile Österreichs. Nur sechs Jahre danach, am 3. September 2081, folgt eine totale Sonnenfinsternis, deren Totalitätszone große Teile West-, Süd- und Zentralösterreichs erreicht. Eine weitere totale Sonnenfinsternis über Teilen Österreichs folgt am 14. Juni 2151.
Dieser Kalender zeigt die von zumindest Teilen Österreichs aus sichtbaren Sonnenfinsternisse der kommenden rund 200 Jahre bis 2226. Wichtig: Eine weltweit als „total“ oder „ringförmig“ bezeichnete Sonnenfinsternis erscheint in Österreich häufig trotzdem nur partiell. Entscheidend ist immer, ob der schmale Kernschatten beziehungsweise die Zone der Ringförmigkeit tatsächlich über Österreich verläuft.
| Besonders wichtiger Termin | Sichtbarkeit in Österreich |
|---|---|
| 2. August 2027 | partielle Sonnenfinsternis in ganz Österreich |
| 1. Juni 2030 | deutlich sichtbare partielle Sonnenfinsternis |
| 13. Juli 2075 | in Teilen Österreichs ringförmig |
| 3. September 2081 | in großen Teilen Österreichs total |
| 27. Februar 2082 | in Teilen Österreichs ringförmig |
| 14. Juni 2151 | in Teilen Österreichs total |
Wann ist die nächste Sonnenfinsternis in Österreich?
Nach der partiellen Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 müssen Interessierte nicht besonders lange warten. Die nächste Sonnenfinsternis über Österreich findet am Montag, 2. August 2027 statt.
Die partielle Phase beginnt in Österreich je nach Standort ungefähr zwischen 10:04 und 10:13 Uhr. Gegen Mittag endet das Ereignis wieder.
Die Stärke unterscheidet sich regional. Für ausgewählte Städte ergeben aktuelle astronomische Berechnungen ungefähr folgende Bedeckung der Sonnenfläche:
| Ort | Maximum am 2. August 2027 |
|---|---|
| Wien | rund 47 % |
| Linz | rund 48 % |
| Salzburg | rund 51 % |
| Graz | rund 52 % |
| Innsbruck | rund 54 % |
| Klagenfurt | rund 54 % |
| Villach | rund 55 % |
Damit ist die Finsternis deutlich wahrnehmbar, sofern das Wetter mitspielt und eine geeignete Sonnenfinsternisbrille verwendet wird.
Die Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 behandeln wir bewusst nicht noch einmal ausführlich in diesem Evergreen. Uhrzeiten, regionale Unterschiede und die damalige Kombination mit den Perseiden finden sich im bestehenden Beitrag zur Sonnenfinsternis 2026 in Österreich.
Warum ist die Sonnenfinsternis 2027 weltweit total, in Österreich aber nur partiell?
Bei einer totalen Sonnenfinsternis wirft der Mond einen relativ schmalen Kernschatten auf die Erdoberfläche. Nur Menschen innerhalb dieses Schattenkorridors sehen die Sonne vollständig vom Mond bedeckt.
Am 2. August 2027 verläuft diese Totalitätszone nicht über Österreich. Österreich liegt jedoch im wesentlich größeren Halbschattenbereich. Deshalb bedeckt der Mond hier nur einen Teil der Sonnenscheibe.
Diese Unterscheidung ist für praktisch alle Termine in langfristigen Finsterniskalendern wichtig: Der globale Finsternistyp ist nicht automatisch der Finsternistyp am eigenen Standort.
Die nächsten Sonnenfinsternisse in Österreich bis 2039
In den kommenden Jahren gibt es mehrere Gelegenheiten. Nicht jedes Ereignis ist jedoch gleich spektakulär.
26. Jänner 2028: Finsternis unmittelbar vor Sonnenuntergang
Am 26. Jänner 2028 ist in Teilen Österreichs eine partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Das Ereignis findet sehr knapp am westlichen Horizont statt.
Die Sichtbarkeit ist deshalb regional besonders unterschiedlich. Westösterreich ist wesentlich günstiger gelegen als der Osten. In Vorarlberg und Tirol kann der Mond einen deutlich größeren Teil der Sonne bedecken, während die Finsternis in östlichen Regionen teilweise nur kurz und sehr schwach vor Sonnenuntergang sichtbar ist.
Ein freier Westhorizont wird an diesem Tag entscheidend sein.
12. Juni 2029: kleine partielle Sonnenfinsternis
Am 12. Juni 2029 streift der Halbschatten des Mondes erneut Österreich. Die Bedeckung fällt vergleichsweise gering aus und ist nicht in jeder Region gleich auffällig.
1. Juni 2030: eines der nächsten größeren Ereignisse
Deutlich interessanter wird der 1. Juni 2030. Weltweit handelt es sich um eine ringförmige Sonnenfinsternis. Österreich liegt nicht innerhalb der Ringzone, erlebt aber eine ausgeprägte partielle Finsternis.
Nach heutigen Berechnungen werden in großen österreichischen Städten etwa 64 bis 68 Prozent der Sonnenfläche bedeckt.
- Graz: etwa 68 Prozent
- Klagenfurt: etwa 68 Prozent
- Villach: etwa 67 Prozent
- Wien: etwa 67 Prozent
- Linz: etwa 65 Prozent
- Salzburg: etwa 64 Prozent
- Innsbruck: etwa 64 Prozent
Das Ereignis findet am Morgen statt und ist von ganz Österreich aus partiell sichtbar.
Weitere Termine bis 2039
Danach folgen mehrere partielle Sonnenfinsternisse. Besonders der 21. Juni 2039 wird nach heutigen Berechnungen wieder vergleichsweise stark ausfallen.
Alle Sonnenfinsternis-Termine in Österreich von 2027 bis 2099
Die folgende Tabelle enthält Sonnenfinsternisse, die nach den aktuellen astronomischen Berechnungen von zumindest einem Teil Österreichs aus sichtbar sind. Bei als ringförmig* oder total* markierten Ereignissen gilt diese Phase nur innerhalb des jeweiligen schmalen Zentralpfades. Außerhalb davon bleibt die Finsternis partiell.
| Datum | Beste Sichtbarkeit innerhalb Österreichs |
|---|---|
| 2. August 2027 | partiell |
| 26. Jänner 2028 | partiell |
| 12. Juni 2029 | partiell |
| 1. Juni 2030 | partiell |
| 20. März 2034 | partiell |
| 21. August 2036 | partiell |
| 16. Jänner 2037 | partiell |
| 5. Jänner 2038 | partiell |
| 2. Juli 2038 | partiell |
| 21. Juni 2039 | partiell |
| 11. Juni 2048 | partiell |
| 14. November 2050 | partiell |
| 12. September 2053 | partiell |
| 5. November 2059 | partiell |
| 30. April 2060 | partiell |
| 5. Februar 2065 | partiell |
| 22. Juni 2066 | partiell, nur äußerst knapp am Rand Österreichs |
| 6. Dezember 2067 | partiell |
| 21. April 2069 | partiell |
| 12. September 2072 | partiell |
| 13. Juli 2075 | ringförmig* |
| 26. November 2076 | partiell |
| 11. Mai 2078 | partiell, hauptsächlich äußerster Westen |
| 1. Mai 2079 | partiell |
| 13. September 2080 | partiell |
| 3. September 2081 | total* |
| 27. Februar 2082 | ringförmig* |
| 21. April 2088 | partiell |
| 23. September 2090 | partiell |
| 18. Februar 2091 | partiell |
| 7. Februar 2092 | partiell |
| 23. Juli 2093 | partiell |
13. Juli 2075: Ringförmige Sonnenfinsternis über Österreich
Der 13. Juli 2075 ist der erste wirklich außergewöhnliche Österreich-Termin in diesem Kalender. An diesem Morgen verläuft die Zone der ringförmigen Sonnenfinsternis durch weite Teile des Landes.
Bei einer ringförmigen Finsternis steht der Mond zwar exakt vor der Sonne, erscheint aufgrund seiner Entfernung zur Erde aber etwas kleiner. Deshalb bleibt rund um die dunkle Mondscheibe ein heller Sonnenring sichtbar – häufig als „Ring of Fire“ bezeichnet.
Nach den heutigen Berechnungen beginnt die partielle Finsternis in Österreich gegen 05:37 Uhr. Die Ringphase erreicht Österreich ungefähr ab 06:36 Uhr und verlässt das Land wenige Minuten später wieder.
Besonders bemerkenswert: Die Zone der Ringförmigkeit berührt Teile von acht der neun Bundesländer. Lediglich Vorarlberg liegt vollständig außerhalb der Zentralzone und erlebt das Ereignis ausschließlich partiell.
Unter anderem liegen nach heutigen Berechnungen Graz, Klagenfurt, St. Pölten, Wien und Villach innerhalb der Ringzone.
| Beispielort 2075 | Ringförmige Phase ungefähr |
|---|---|
| Graz | rund 3 Minuten 43 Sekunden |
| Klagenfurt | rund 3 Minuten 38 Sekunden |
| Villach | rund 3 Minuten 23 Sekunden |
| Wien | rund 2 Minuten 26 Sekunden |
| St. Pölten | knapp 1 Minute |
Selbst während der Ringphase darf die Sonne nicht ohne geeigneten Sonnenschutz direkt betrachtet werden. Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis bleibt die helle Sonnenoberfläche während der gesamten ringförmigen Phase sichtbar.
3. September 2081: Die nächste totale Sonnenfinsternis in Österreich
Der spektakulärste Termin der kommenden Jahrzehnte ist der 3. September 2081. An diesem Vormittag verläuft die Totalitätszone einer Sonnenfinsternis direkt durch Österreich.
Die partielle Phase beginnt nach aktuellen Berechnungen im Westen Österreichs kurz vor 08:40 Uhr. Etwa ab 09:41 Uhr erreicht die Totalitätszone das Bundesgebiet.
Der Kernschatten durchquert weite Teile West-, Süd- und Zentralösterreichs. In Teilen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Steiermark und Burgenland ist vollständige Totalität möglich.
Wien und Niederösterreich liegen dagegen außerhalb der österreichischen Totalitätszone. Dort wird die Sonne sehr stark, aber nicht vollständig bedeckt.
| Stadt | Situation am 3. September 2081 |
|---|---|
| Dornbirn | total, ungefähr 4 Minuten |
| Innsbruck | total, ungefähr 3 Minuten 57 Sekunden |
| Villach | total, ungefähr 4 Minuten 10 Sekunden |
| Klagenfurt | total, ungefähr 4 Minuten 9 Sekunden |
| Graz | total, ungefähr 2 Minuten 21 Sekunden |
| Wien | nur partiell |
Damit wird 2081 in vielen Regionen die erste totale Sonnenfinsternis seit dem berühmten Ereignis vom 11. August 1999 sein.
Warum macht schon eine kleine Entfernung 2081 einen riesigen Unterschied?
Der Bereich vollständiger Totalität ist nur ein schmaler Streifen. Ein Ort wenige Kilometer außerhalb dieses Korridors kann eine zu mehr als 99 Prozent bedeckte Sonne sehen – und erlebt trotzdem keine Totalität.
Das ist astronomisch ein fundamentaler Unterschied. Erst bei 100 Prozent Bedeckung wird die helle Photosphäre vollständig verdeckt und die Sonnenkorona sichtbar.
Für eine tatsächliche Beobachtungsplanung im Jahr 2081 wird deshalb nicht das Bundesland allein entscheidend sein, sondern die exakte Lage innerhalb des Kernschattenpfades.
27. Februar 2082: Nur wenige Monate später erneut ringförmig
Ein kurioser Zufall folgt bereits weniger als sechs Monate später: Am 27. Februar 2082 verläuft erneut die Zentralzone einer Sonnenfinsternis durch Teile Österreichs.
Diesmal ist die Finsternis ringförmig. Der Mond bedeckt die Sonne also auch im Zentrum nicht vollständig.
Die Besonderheit dieses Ereignisses ist die tiefe Stellung der Sonne am späten Nachmittag. In vielen Regionen findet die Ringphase nur knapp über dem westlichen Horizont statt.
Damit können lokale Berge, Häuser oder Bewölkung besonders leicht die Sicht verhindern. Für Beobachter wird ein vollständig freier Westhorizont wesentlich wichtiger sein als bei einer hoch am Himmel stehenden Sonnenfinsternis.
Alle Sonnenfinsternis-Termine in Österreich von 2100 bis 2199
Auch im 22. Jahrhundert gibt es zahlreiche partielle Ereignisse. Der große österreichische Höhepunkt dieses Jahrhunderts ist die totale Sonnenfinsternis vom 14. Juni 2151.
| Datum | Beste Sichtbarkeit innerhalb Österreichs |
|---|---|
| 15. Juli 2102 | partiell |
| 4. Juli 2103 | partiell |
| 17. Dezember 2104 | partiell |
| 16. Oktober 2107 | partiell |
| 8. Dezember 2113 | partiell |
| 3. Juni 2114 | partiell |
| 11. März 2119 | partiell |
| 25. Juli 2120 | partiell |
| 16. Oktober 2126 | partiell |
| 1. März 2128 | partiell |
| 30. Dezember 2130 | partiell |
| 3. Juni 2133 | partiell |
| 17. Oktober 2134 | partiell, vor allem im Westen |
| 7. Oktober 2135 | partiell, sehr starke Bedeckung möglich |
| 1. April 2136 | partiell |
| 25. Mai 2142 | partiell, sehr starke Bedeckung möglich |
| 23. März 2145 | partiell |
| 12. März 2146 | partiell |
| 26. August 2147 | partiell |
| 14. Juni 2151 | total* |
| 7. Oktober 2154 | partiell, regional sehr schwach |
| 5. August 2157 | partiell |
| 19. Jänner 2159 | partiell |
| 4. Juni 2160 | partiell |
| 25. August 2166 | partiell |
| 10. Jänner 2168 | partiell |
| 12. April 2173 | partiell |
| 16. August 2175 | partiell |
| 5. Juni 2179 | partiell |
| 17. November 2180 | partiell |
| 3. April 2182 | partiell |
| 31. Jänner 2185 | partiell |
| 6. Juli 2187 | partiell, sehr starke Bedeckung möglich |
| 8. November 2189 | partiell, starke Bedeckung |
| 4. Mai 2190 | partiell |
| 6. September 2192 | partiell |
| 10. Februar 2195 | partiell |
| 26. Juni 2196 | partiell |
14. Juni 2151: Noch eine totale Sonnenfinsternis über Österreich
Nach 2081 erhält Österreich im Zeitraum dieses Kalenders noch eine weitere außergewöhnliche Gelegenheit: Am 14. Juni 2151 zieht erneut der Kernschatten einer totalen Sonnenfinsternis über Teile des Landes.
Die Totalitätszone verläuft diesmal weiter westlich und südlich. Nach heutigen Berechnungen erreicht sie Teile von:
- Vorarlberg
- Tirol
- Salzburg
- Oberösterreich
- Kärnten
- Steiermark
Wien, Niederösterreich und Burgenland liegen außerhalb der Totalitätszone und erleben das Ereignis nur partiell.
Für ausgewählte Orte wie Bregenz, Innsbruck, Klagenfurt und Villach ergeben heutige Berechnungen ungefähr zwei Minuten Totalität. Die Finsternis findet allerdings am Abend statt. Der Sonnenstand wird daher vergleichsweise niedrig sein.
Gerade bei einem Ereignis, das mehr als ein Jahrhundert entfernt liegt, sollten exakte Ortszeiten nicht als unveränderliche Alltagsuhrzeiten verstanden werden. Astronomische Berechnungen des Ereignisses sind langfristig möglich, aber Zeitzonenregeln und Sommerzeitbestimmungen können sich bis dahin selbstverständlich ändern.
Sonnenfinsternisse in Österreich von 2200 bis 2226
Der abschließende Abschnitt des 200-Jahre-Kalenders enthält ausschließlich partielle Sonnenfinsternisse.
| Datum | Sichtbarkeit in Österreich |
|---|---|
| 14. April 2200 | partiell, starke Bedeckung möglich |
| 17. September 2202 | partiell |
| 17. Juli 2205 | partiell |
| 4. März 2212 | partiell, nur in Teilen Österreichs schwach sichtbar |
| 21. Februar 2213 | partiell, regional nur sehr schwach sichtbar |
| 8. Juli 2214 | partiell |
| 27. September 2220 | partiell, starke Bedeckung |
| 23. Februar 2221 | partiell |
| 12. Februar 2222 | partiell |
| 11. Dezember 2224 | partiell |
Damit endet dieser Kalender im Jahr 2226. Zwischen Dezember 2224 und August 2226 fällt nach den zugrunde gelegten Berechnungen keine weitere von Österreich aus sichtbare Sonnenfinsternis.
Partiell, ringförmig oder total: Was bedeutet das?
Partielle Sonnenfinsternis
Bei einer partiellen Sonnenfinsternis bedeckt der Mond nur einen Teil der Sonne. Der Beobachtungsort liegt im Halbschatten des Mondes.
In Österreich sind partielle Ereignisse mit Abstand am häufigsten. Auch Finsternisse, die irgendwo auf der Erde total sind, erscheinen von Österreich aus häufig lediglich partiell.
Ringförmige Sonnenfinsternis
Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Beobachter nahezu exakt auf einer Linie. Der Mond befindet sich allerdings so weit von der Erde entfernt, dass sein scheinbarer Durchmesser kleiner als jener der Sonne ist.
Dadurch bleibt rund um den Mond ein heller Sonnenring sichtbar.
Für Österreich sind im betrachteten Zeitraum vor allem der 13. Juli 2075 und der 27. Februar 2082 relevant.
Totale Sonnenfinsternis
Bei einer totalen Sonnenfinsternis bedeckt der Mond die helle Sonnenscheibe vollständig. Dafür muss sich der Beobachter innerhalb des schmalen Kernschattens befinden.
Im Zeitraum bis 2226 sind zwei Termine besonders wichtig, bei denen dieser Kernschatten Teile Österreichs erreicht:
- 3. September 2081
- 14. Juni 2151
Warum Sonnenfinsternisse regional so unterschiedlich ausfallen
Österreich ist von West nach Ost mehrere hundert Kilometer breit. Bei einer gewöhnlichen partiellen Sonnenfinsternis macht diese Entfernung bereits einen messbaren Unterschied.
Bei einer totalen oder ringförmigen Finsternis wird die genaue Lage noch entscheidender. Die zentrale Zone kann beispielsweise durch Kärnten und die Steiermark verlaufen, während Wien nur wenige hundert Kilometer entfernt trotzdem eine partielle Finsternis erlebt.
Deshalb sollte bei zukünftigen Ereignissen immer nach Ort oder zumindest Bundesland gesucht werden und nicht ausschließlich nach „Sonnenfinsternis Österreich“.
Für die langfristige Übersicht genügt das Datum. Für die konkrete Beobachtung sollten einige Monate vor jedem Ereignis aktualisierte lokale Daten für Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt oder den jeweiligen Wohnort geprüft werden.
Wie sicher sind Berechnungen bis 2226?
Der grundsätzliche Ablauf einer Sonnenfinsternis lässt sich weit im Voraus astronomisch berechnen. Die NASA-Kataloge von Fred Espenak und Jean Meeus umfassen mehrere Jahrtausende und enthalten Finsternisdaten von 2000 v. Chr. bis 3000 n. Chr.
Bei sehr weit entfernten Ereignissen sollte dennoch zwischen verschiedenen Angaben unterschieden werden:
- Datum und grundsätzlicher Finsternistyp: astronomisch langfristig sehr zuverlässig bestimmbar.
- Verlauf des Schattenpfades: ebenfalls sehr gut berechenbar; für exakte Randlinien spielen jedoch Modelle der Mondoberfläche und langfristige Erdrotation eine Rolle.
- Uhrzeit in UT: langfristig berechenbar, aber mit zunehmender Zukunft wächst die Unsicherheit der Erdrotationskorrektur ΔT.
- Österreichische Lokalzeit: zusätzlich davon abhängig, welche Zeitzonen- und Sommerzeitregeln in Jahrzehnten oder Jahrhunderten gelten.
- Wetter: selbstverständlich erst kurz vor dem jeweiligen Termin sinnvoll prognostizierbar.
Deshalb nennt dieser Kalender für die weit entfernte Zukunft bewusst primär Datum und Sichtbarkeitstyp statt vorzugeben, dass eine Uhrzeit im Jahr 2151 bereits minutengenau als österreichische Sommerzeit feststeht.
Sonnenfinsternis sicher beobachten
Nie ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne schauen. Das gilt bei einer partiellen Sonnenfinsternis ebenso wie bei einer ringförmigen Finsternis und während der partiellen Phasen einer totalen Sonnenfinsternis.
Normale Sonnenbrillen reichen nicht aus – unabhängig davon, wie dunkel sie sind.
Für die direkte Beobachtung werden spezielle Sonnenfinsternisbrillen beziehungsweise Sonnenbeobachter benötigt, die die Anforderungen der internationalen Norm ISO 12312-2 erfüllen.
- Brille kontrollieren: Beschädigte, zerkratzte oder eingerissene Filter nicht verwenden.
- Kinder beaufsichtigen: Besonders bei Schulveranstaltungen sollte die korrekte Verwendung kontrolliert werden.
- Keine normalen Sonnenbrillen: Sie schützen nicht ausreichend vor direkter Sonnenbeobachtung.
- Keine optischen Geräte ohne Frontfilter: Ferngläser, Teleskope und Kameras bündeln das Sonnenlicht und benötigen dafür geeignete Spezialfilter vor der Optik.
- Indirekte Beobachtung: Eine Lochkamera beziehungsweise Pinhole-Projektion ermöglicht eine Beobachtung, ohne direkt zur Sonne zu schauen.
Nur während der vollständigen Totalität einer totalen Sonnenfinsternis ist die helle Sonnenoberfläche vollständig verdeckt. Diese Ausnahme gilt ausschließlich innerhalb der Totalitätszone und nur zwischen vollständigem Verschwinden und Wiedererscheinen der hellen Sonnenscheibe.
FAQ: Sonnenfinsternis in Österreich
Wann ist die nächste Sonnenfinsternis in Österreich?
Die nächste von Österreich aus sichtbare Sonnenfinsternis findet am 2. August 2027 statt. Sie ist in Österreich partiell sichtbar.
Ist die Sonnenfinsternis 2027 in Österreich total?
Nein. Die Sonnenfinsternis vom 2. August 2027 ist weltweit zwar eine totale Sonnenfinsternis, Österreich liegt aber außerhalb des Totalitätspfades. Hier wird sie ausschließlich partiell sichtbar.
Wie stark ist die Sonnenfinsternis 2027 in Österreich?
In ausgewählten größeren Städten werden nach aktuellen Berechnungen etwa 47 bis 55 Prozent der Sonnenfläche bedeckt. Süd- und Westösterreich sind etwas günstiger gelegen als Wien und Teile Oberösterreichs.
Wann ist die nächste ringförmige Sonnenfinsternis in Österreich?
Die nächste ringförmige Sonnenfinsternis, deren Ringzone tatsächlich Teile Österreichs erreicht, findet am 13. Juli 2075 statt.
Kann man die ringförmige Sonnenfinsternis 2075 in Wien sehen?
Ja. Nach heutigen Berechnungen liegt Wien innerhalb der Zone der Ringförmigkeit. Die ringförmige Phase dauert dort ungefähr zweieinhalb Minuten.
Wann ist die nächste totale Sonnenfinsternis in Österreich?
Die nächste totale Sonnenfinsternis, deren Kernschatten Teile Österreichs erreicht, findet am 3. September 2081 statt.
Ist die Sonnenfinsternis 2081 in ganz Österreich total?
Nein. Der Totalitätspfad durchquert große Teile West-, Süd- und Zentralösterreichs. Wien und Niederösterreich liegen außerhalb des Totalitätspfades und erleben die Finsternis nur partiell.
Ist Graz 2081 in der Totalitätszone?
Ja. Nach aktuellen Berechnungen erlebt Graz am 3. September 2081 ungefähr 2 Minuten und 21 Sekunden Totalität.
Ist Innsbruck 2081 in der Totalitätszone?
Ja. Für Innsbruck werden nach heutigen Berechnungen knapp vier Minuten Totalität erwartet.
Wann gibt es nach 2081 wieder eine totale Sonnenfinsternis in Österreich?
Innerhalb des hier betrachteten Zeitraums folgt am 14. Juni 2151 die nächste totale Sonnenfinsternis über Teilen Österreichs.
Wo ist die Sonnenfinsternis 2151 total?
Der Totalitätspfad erreicht nach heutigen Berechnungen Teile von Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark. Wien, Niederösterreich und Burgenland bleiben außerhalb der Totalitätszone.
Warum gibt es weltweit häufiger totale Sonnenfinsternisse als in Österreich?
Auf der Erde treten regelmäßig totale Sonnenfinsternisse auf. Die Totalitätszone ist jedoch jeweils nur ein relativ schmaler Korridor. Dass genau dieser Streifen über ein kleines Land wie Österreich verläuft, ist entsprechend selten.
Kann man mit einer Sonnenbrille eine Sonnenfinsternis beobachten?
Nein. Auch sehr dunkle normale Sonnenbrillen sind für die direkte Beobachtung der Sonne nicht geeignet. Es werden spezielle Sonnenbeobachtungsfilter beziehungsweise Sonnenfinsternisbrillen benötigt.
Welche Norm sollte eine Sonnenfinsternisbrille erfüllen?
Für direkte Sonnenbeobachter ist die internationale Norm ISO 12312-2 maßgeblich.
Sind Termine bis 2226 überhaupt zuverlässig?
Das Datum und der astronomische Finsternistyp lassen sich sehr langfristig berechnen. Bei exakten Kontaktzeiten und Randlinien steigt über Jahrhunderte jedoch die Unsicherheit einzelner Modellparameter. Zusätzlich kann heute niemand wissen, welche Sommerzeit- oder Zeitzonenregeln Österreich im 22. oder 23. Jahrhundert verwenden wird.
Quellen und astronomische Datengrundlage
- NASA Eclipse Web Site – Five Millennium Catalog of Solar Eclipses von Fred Espenak und Jean Meeus
- Timeanddate – Sonnen- und Mondfinsternisse mit lokaler Sichtbarkeit für Österreich
- American Astronomical Society – sichere Beobachtung von Sonnenfinsternissen und Augenschutz
Hinweis zur Langfristtabelle: Berücksichtigt werden Sonnenfinsternisse, die nach den zugrunde gelegten astronomischen Berechnungen von zumindest einem Teil Österreichs aus sichtbar sind. Sehr schwache Randereignisse können nur einen kleinen Teil des Bundesgebiets betreffen oder unmittelbar an Sonnenauf- beziehungsweise Sonnenuntergang stattfinden. Für konkrete Beobachtungspläne sollten die Ortsdaten vor dem jeweiligen Ereignis nochmals aktuell geprüft werden.
