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Interne Verlinkung für kleine Firmenseiten: was fünfzehn Seiten wirklich brauchen

Redaktion
aktualisiert: 22. September 2026 06:53
Die Firmenwebseite gestalten - und die interne Verlinkung korrekt mitdenken
firmenwebseite-gestalten Die Firmenwebseite gestalten - und die interne Verlinkung korrekt mitdenken

Eine typische Firmenseite in Österreich hat zwischen zwölf und zwanzig Seiten. Startseite, drei bis sechs Leistungsseiten, Über uns, Team, Referenzen, Kontakt, Impressum, Datenschutzerklärung, dazu ein paar Beiträge, die vor zwei Jahren jemand geschrieben hat und die seitdem stehen. Jede dieser Seiten ist von jeder anderen aus erreichbar, weil das Menü auf allen Seiten oben steht.

Genau das ist der Grund, warum interne Verlinkung bei kleinen Seiten meistens nichts bewirkt — und trotzdem eine der wenigen Stellschrauben ist, die man ohne Budget bewegen kann. Beides gehört zusammen, und beides wird selten in einem Satz gesagt. Wenn jede Seite von überall erreichbar ist, ist keine hervorgehoben. Hervorhebung ist aber der ganze Zweck der Übung.

Was interne Verweise tatsächlich leisten

Sie verteilen Gewicht. Eine Seite, auf die von zwölf Stellen aus verwiesen wird, hält eine Suchmaschine für wichtiger als eine, die nur im Menü auftaucht. Bei fünfzehn Seiten reden wir nicht über große Unterschiede, aber über den einzigen Unterschied, den Sie selbst bestimmen können.

  • Sie sagen, welche Seite die Seite ist. Wenn drei Ihrer Seiten das Wort „Fenstertausch“ in der Überschrift tragen, muss Google raten, welche davon die Antwort auf die Suchanfrage ist. Verweisen Sie konsequent aus Ihren Texten auf eine davon, hört das Raten auf.
  • Sie liefern den Zusammenhang über den Ankertext. Der verlinkte Wortlaut sagt der Suchmaschine, worum es auf der Zielseite geht. „Hier klicken“ sagt nichts. „Fenstertausch in Altbauwohnungen“ sagt alles.
  • Und sie führen Menschen. Das ist kein Nebeneffekt, sondern bei kleinen Firmenseiten oft der einzige messbare. Wer Ihren Beitrag über Förderungen liest, soll ohne Umweg auf der Leistungsseite landen, auf der Sie die Arbeit anbieten.

Was sie nicht leisten

Interne Verlinkung bringt keine Seite in den Index. Das ist der Punkt, an dem die meiste Arbeit verpufft, weil das eigentliche Problem woanders liegt.

Wir haben das auf einem Magazin mit über 120 Beiträgen nachgemessen. Die Startseite verwies auf 59 interne Ziele, die Seitenstruktur war sauber, die Sitemap vollständig. Von 188 bekannten Adressen stand am Ende genau eine im Index — und zwar die eine, auf die von außen zwei Verweise zeigten. Alle anderen waren perfekt intern verlinkt und für Google trotzdem nicht vorhanden.

Für eine Firmenseite mit fünfzehn Unterseiten heißt das: Wenn Sie in der Google-Suche nicht vorkommen, ist Ihre interne Verlinkung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Ursache. Dann fehlen Erwähnungen von außen — ein Eintrag bei der Innung, der Bericht der Bezirkszeitung, der Link des Lieferanten in seiner Händlerliste. Die ausführliche Fassung dieser Messung samt Gegenprobe steht unter https://www.cyberscale.io/seo/interne-verlinkungen-2026/.

Der Fehler, der bei österreichischen Firmenseiten am häufigsten vorkommt

Es sind die Ortsseiten. Ein Tischler in der Steiermark legt „Tischlerei Graz„, „Tischlerei Graz Umgebung„, „Tischlerei Steiermark“ und „Tischlerei Graz-Umgebung Süd“ an, weil irgendwo stand, man brauche eine Seite je Ort. Die vier Seiten unterscheiden sich in wenigen Wörtern, verlinken einander gegenseitig und konkurrieren ab diesem Tag um dieselbe Suchanfrage.

Das Ergebnis ist berechenbar: Google wählt eine davon aus, und oft nicht die, die Sie gewählt hätten. Die anderen drei verdünnen das Signal, statt es zu verstärken.

Für den regionalen Wettbewerb in Österreich ist das besonders unnötig. In einem Bezirk streiten sich selten mehr als eine Handvoll Betriebe um dieselbe Leistung. Eine einzige, ordentlich verlinkte Leistungsseite mit dem Ort im Fließtext, in der Überschrift und in den Kontaktdaten gewinnt diesen Wettbewerb zuverlässiger als vier dünne Kopien. Der Rest der örtlichen Sichtbarkeit entsteht ohnehin nicht auf Ihrer Seite, sondern im Unternehmensprofil bei Google und in den Branchenverzeichnissen, in denen Adresse und Telefonnummer identisch geschrieben stehen müssen.

Der Weg, in fünf Schritten

  • Erstens: Verschaffen Sie sich die Liste aller Adressen. Ihre Sitemap unter /sitemap.xml ist der schnellste Weg. Drucken Sie sie aus, wenn es hilft — bei fünfzehn Seiten passt das auf eine halbe Seite Papier.
  • Zweitens: Suchen Sie die Waisen. Das sind Seiten, auf die außer dem Menü und der Sitemap niemand verweist. Bei kleinen Firmenseiten sind das fast immer die älteren Beiträge und die zweite und dritte Leistungsseite.
  • Drittens: Legen Sie fest, welche höchstens drei Seiten Geld verdienen sollen. Nicht fünf, nicht acht. Bei fünfzehn Seiten sind drei Ziele bereits ambitioniert.
  • Viertens: Verlinken Sie aus dem Fließtext auf diese drei, nicht aus dem Menü. Menülinks stehen auf jeder Seite und heben deshalb nichts hervor. Ein Verweis mitten aus einem Absatz, der zum Thema passt, tut genau das.
  • Fünftens: Schreiben Sie in den Ankertext den Begriff, unter dem die Zielseite gefunden werden soll. Nicht zwanzigmal denselben — aber immer einen, der die Zielseite beschreibt und nicht den Klick.

Was im ausgelieferten HTML schiefgeht

Vier Dinge sehen wir immer wieder, und alle vier sind unsichtbar, solange man die Seite nur im Browser anschaut.

Das Menü wird erst durch JavaScript aufgebaut. Dann sehen Besucher die Links, ein einfacher Crawler unter Umständen nicht. Prüfen lässt sich das, indem Sie sich den Quelltext anzeigen lassen und nach der Adresse suchen — steht sie dort nicht, existiert der Verweis im ausgelieferten Dokument nicht.

  • Ein Plugin setzt rel=“nofollow“ auf alle Links, auch auf die internen. Das kommt häufiger vor als man denkt, meist als Nebenwirkung einer Einstellung, die für ausgehende Verweise gedacht war.
  • Die Links zeigen auf eine Adresse, die weiterleitet — typischerweise noch auf die unverschlüsselte Fassung oder auf die Variante ohne www. Das funktioniert, kostet aber bei jedem Aufruf einen Umweg und macht die Auswertung unübersichtlich.
  • Derselbe Ankertext zeigt auf verschiedene Ziele. Wenn „Fenstertausch“ auf drei unterschiedliche Seiten verweist, heben Sie alle drei gleichzeitig hervor, also keine.

Wann Sie das prüfen sollten

Nach jedem Relaunch, nach jeder größeren Ergänzung, und sonst einmal im Jahr. Häufiger lohnt sich bei fünfzehn Seiten nicht, weil sich zwischen zwei Prüfungen schlicht zu wenig ändert.

Und noch ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Interne Verlinkung verschiebt, welche Ihrer Seiten gefunden wird. Ob Sie überhaupt gefunden werden, entscheidet sie nicht. Wenn Sie vor der Wahl stehen, einen Nachmittag in die Verlinkung oder in drei ehrliche Erwähnungen von außen zu stecken — nehmen Sie die Erwähnungen. Die Verlinkung räumen Sie danach auf, wenn es etwas zu verteilen gibt.

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