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Speiseöl richtig entsorgen in Österreich: So funktionieren ÖLI, WÖLI, NÖLI und Fetty

Redaktion
aktualisiert: 4. November 2026 06:23

Wohin mit dem Öl aus der Fritteuse, dem Fett aus der Bratpfanne oder dem letzten Rest Kürbiskernöl? Altes Speiseöl und Speisefett werden in Österreich getrennt gesammelt – nicht in den Ausguss, ins WC, in die Biotonne oder in den Gelben Sack geleert. Das abgekühlte Öl kommt in einen geeigneten, gut verschlossenen Behälter und wird bei einer dafür vorgesehenen Sammelstelle abgegeben.

Die Besonderheit: Je nach Wohnort heißen die wiederverwendbaren Sammelküberl WÖLI, NÖLI, ÖLI oder Fetty. Auch die Abgabe ist unterschiedlich organisiert. Während in Wien beispielsweise ein Gurkenglas akzeptiert wird, verlangt die Stadt Salzburg für ihre Sammlung den ÖLI. Wer diese Unterschiede kennt, erspart sich unnötige Wege und schont die Abflussleitungen.

Erst entscheiden: Öl sammeln oder die Pfanne auswischen?

Nicht nach jedem Anbraten braucht es einen eigenen Sammelvorgang. Entscheidend ist, ob sich noch eine abgießbare oder abschöpfbare Menge Öl beziehungsweise Fett im Geschirr befindet.

  • Öl steht noch in der Pfanne, Fritteuse oder im Glas: Vollständig abkühlen lassen, separat sammeln und zur Altspeisefettsammlung bringen.
  • Nur ein dünner Fettfilm bleibt zurück: Die Pfanne mit Küchenpapier auswischen und das gebrauchte Papier im Restmüll entsorgen. Diese Vorgehensweise empfiehlt unter anderem die Stadt Wien für kleine Bratrückstände.
  • Fett ist mit Sauce, Mayonnaise oder Speiseresten vermischt: Nicht in den ÖLI geben. Ob der verbleibende Küchenabfall in die Bio- oder Restmülltonne darf, hängt von den örtlichen Sammelregeln ab.

Was gehört in den ÖLI, WÖLI, NÖLI oder Fetty?

Die kommunalen Sammelsysteme sind für gebrauchte und verdorbene Speiseöle sowie Speisefette aus Haushalten gedacht. Dazu zählen sowohl pflanzliche als auch tierische Fette.

  • Frittieröl und Bratöl, etwa von Pommes oder Schnitzeln
  • Abgekühltes Fett aus Pfannen und Brätern
  • Öl von eingelegten Lebensmitteln wie Thunfisch, Sardinen oder Antipasti – ohne Speisereste
  • Verdorbenes oder abgelaufenes Sonnenblumen-, Raps- oder Kürbiskernöl
  • Butter, Margarine, Schmalz und andere Speisefette, die nicht mehr verwendet werden

Nicht hinein gehören Motor- und Schmieröl, Mineralöl, Chemikalien, Reinigungsmittel, Mayonnaise, Dressings, Marinaden und Essensreste. Motoröl ist ein anderer Abfallstrom und muss getrennt über eine geeignete Altöl- beziehungsweise Problemstoffannahme entsorgt werden.

So funktioniert das Sammeln in der Küche

  1. Abkühlen lassen. Das Öl erst nach dem Kochen umfüllen, wenn es vollständig ausgekühlt ist. Heißes Fett kann Kunststoffbehälter beschädigen und beim Hantieren Verbrennungen verursachen.
  2. Passendes Gefäß wählen. Am unkompliziertesten ist ein vorgesehener kommunaler Sammelkübel. Wo andere Gefäße erlaubt sind, kann eine saubere, gut verschließbare Kunststoffflasche praktisch sein. Glas wird nicht überall angenommen.
  3. Speisereste zurückhalten. Größere Krümel, Panier- oder Gemüsereste nicht mit in das Sammelgefäß geben. Saucen und Spülwasser gehören ebenfalls nicht dazu.
  4. Sicher aufbewahren. Behälter fest verschließen, aufrecht lagern und vor dem Umkippen schützen. Einen einmal für Altspeiseöl verwendeten Behälter nicht wieder zur Aufbewahrung von Lebensmitteln nutzen.
  5. Bei der richtigen Stelle abgeben. Vor allem bei Flaschen und Gläsern vorher prüfen, welches Gebinde der örtliche Sammelpunkt übernimmt. Manche Systeme tauschen den vollen Mehrwegkübel direkt gegen einen sauberen aus.

Ein alltagstauglicher Platz ist beispielsweise ein standsicherer Behälter im Abstellraum oder in einer gut erreichbaren Küchennische – nicht neben einer Wärmequelle. So wird aus dem Sammeln eine Gewohnheit, ohne dass jedes Mal ein eigener Weg zum Altstoffsammelzentrum nötig ist.

Wo kann man altes Speiseöl in Österreich abgeben?

Die Sammlung ist kommunal beziehungsweise regional organisiert. Diese Beispiele zeigen, warum ein Blick auf die eigene Gemeinde sinnvoller ist, als österreichweit von einer einzigen Regel auszugehen:

Ort oder Region Sammelsystem und Abgabe
Wien WÖLI (3 Liter): Mistplätze und Problemstoffsammelstellen. Auch geeignete andere Gefäße wie Gurkengläser oder Kunststoffflaschen werden angenommen.
Graz Fetty: Ressourcenpark Graz, Maggstraße, Giftmüllexpress. Für abgekühltes Öl in Kunststoffflaschen gibt es öffentliche Altspeisefett-Container.
Niederösterreich NÖLI: Mehrwegkübel für das zuständige Altstoff- oder Wertstoffsammelzentrum; Annahmestelle beim örtlichen Abfallverband prüfen.
Linz ÖLI (3 Liter): Linzer Altstoffsammelzentren. Der volle Kübel wird kostenlos gegen einen leeren getauscht; möglichst nur volle ÖLIs abgeben.
Stadt Salzburg ÖLI: Recyclinghof und Problemstoff-Sammelstelle auf der Schranne. Altspeisefett wird dort nur im ÖLI angenommen.

So finden Sie die richtige Sammelstelle in Ihrer Gemeinde

Suchen Sie auf der Website Ihrer Gemeinde oder Ihres Abfallwirtschaftsverbands nach „Altspeisefett“, „Speiseöl“, „ÖLI“ oder „Altstoffsammelzentrum“. Prüfen Sie anschließend drei Dinge: Wo wird angenommen? Welche Gefäße werden akzeptiert? Wann ist die Abgabe möglich?

Wohnen Sie außerhalb einer der genannten Städte, kann das nächste Altstoffsammelzentrum oder der kommunale Ressourcenpark der richtige Ansprechpartner sein. Zusätzliche Sammelbehälter im öffentlichen Raum gibt es nicht in jeder Gemeinde. Eine normale Gelbe Tonne oder ein Glascontainer ist dafür jedenfalls kein Ersatz.

Warum das Speiseöl nicht ins Waschbecken gehört

Öl und Fett lagern sich in Abflussleitungen und Kanälen ab. Dort verbinden sich Fettrückstände mit anderen Stoffen, verengen Rohre und können Verstopfungen begünstigen. Das betrifft nicht nur das eigene Waschbecken: Auch Kanalbetreiber und Kläranlagen müssen die Folgen beseitigen.

Getrennt gesammeltes Speiseöl ist hingegen ein verwertbarer Rohstoff. Nach Aufbereitung kann es beispielsweise in die Herstellung von Biodiesel und anderen Produkten einfließen. Es ist daher sinnvoll, den Rest aus einer Fritteuse genauso zu sammeln wie das Öl aus einem Glas eingelegter Lebensmittel.

Eine weitere häufige Verwechslung: Speiseöl ist nicht dasselbe wie technisches Altöl. Wer beispielsweise Öl vom Auto oder Rasenmäher entsorgen möchte, braucht eine dafür vorgesehene Annahmestelle. Solche Öle dürfen keinesfalls in den Speisefettsammelkübel gelangen.

Drei Fragen, die vor der Abgabe auftauchen

Kann man Speiseöl in einer alten Glasflasche abgeben?

Das hängt von der Sammelstelle ab. Die Stadt Wien akzeptiert laut eigener Information auch geeignete andere Behälter wie Gurkengläser. In der Stadt Salzburg ist dagegen der ÖLI vorgeschrieben. Deshalb ein Glas nicht einfach in einen öffentlichen Öl-Sammelcontainer stellen oder werfen, sondern zuerst die örtliche Annahmeregel prüfen.

Wohin kommt fest gewordenes Frittierfett?

Erstarren ändert nichts am Sammelweg: Auch festes, nicht mehr verwendetes Speisefett gehört zur Altspeisefettsammlung. Es kann nach dem Abkühlen in einen dafür vorgesehenen Behälter gegeben werden. Speisereste und Verpackungen getrennt halten.

Was tun, wenn nur wenig gebrauchtes Öl anfällt?

Für kleine, aber noch abgießbare Mengen lohnt sich das Sammeln über mehrere Kochvorgänge. Ein minimaler Rückstand in der Pfanne lässt sich mit Küchenpapier entfernen. Bei regelmäßigem Kochen ist ein kommunaler Mehrwegkübel besonders praktisch, weil der Sammelweg dadurch bereits vorbereitet ist.

Offizielle Informationen und Abgaberegeln

Die konkreten Sammelstellen, Gebindevorgaben und Öffnungszeiten können sich ändern. Für den jeweils zuständigen Ort helfen diese offiziellen Informationen weiter:

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