Zum Inhalt springen
Nachrichten & Themen

Girokonto Vergleich Österreich: Konto wechseln & Kosten sparen

Redaktion
aktualisiert: 21. August 2026 10:09

Stand: 21. August 2026. Ein Girokonto braucht fast jeder Haushalt in Österreich – für Gehalt oder Pension, Miete, Strom, Versicherungen, Bankomatkarte, Online-Einkäufe und alltägliche Überweisungen. Trotzdem lohnt es sich, das bestehende Konto regelmäßig zu prüfen: Kontoführungsgebühren, Kartenkosten, Buchungsspesen, Überziehungszinsen und Zusatzleistungen können sich zwischen Kontomodellen erheblich unterscheiden.

Girokonto Vergleich Österreich: aktuelle Konten direkt vergleichen

Kontomodelle und Neukundenaktionen ändern sich laufend. Eine statische Liste mit vermeintlich dauerhaft „besten Banken“ wäre deshalb schnell veraltet. Über den Vergleich können aktuelle Girokonten gegenübergestellt und passende Angebote anschließend direkt geprüft werden.

Vergleichstipp: Überlegen Sie zuerst, wie Sie Ihr Konto tatsächlich verwenden. Wer fast alles online erledigt, braucht ein anderes Kontomodell als jemand, der regelmäßig Bargeld einzahlt, Schalterdienste nutzt oder eine Kreditkarte im Kontopaket haben möchte.


Hinweis: Kontogebühren, Neukundenaktionen, Kartenleistungen, Bedingungen für kostenlose Kontoführung und Überziehungszinsen können sich ändern. Prüfen Sie vor der Eröffnung die aktuelle Entgeltinformation und die Vertragsbedingungen des konkreten Kontomodells.

Wer ein neues Girokonto sucht oder von einer bestehenden Bank wechseln möchte, sollte deshalb nicht nur nach „kostenloses Konto“ suchen. Entscheidend sind die jährlichen Gesamtkosten für die eigene Nutzung und die Leistungen, die tatsächlich benötigt werden – etwa Filialservice, Debitkarte, echte Kreditkarte, Bargeldbehebungen, Überziehungsrahmen oder mobile Bezahlfunktionen.

Girokonto in Österreich Darauf besonders achten
Kontoführung monatliche bzw. jährliche Gesamtkosten statt nur Grundgebühr vergleichen
Debitkarte inkludiert oder kostenpflichtig, Bargeld und Auslandseinsatz prüfen
Kreditkarte echte Kreditkarte oder nur Debitkarte, Jahresgebühr und Zusatzleistungen prüfen
Online-Banking App, Freigabeverfahren, Überweisungen und Kartenverwaltung
Filialservice relevant bei Bargeldeinzahlungen, persönlicher Beratung und Schalterdiensten
Überziehungsrahmen Sollzinsen können ein vermeintlich günstiges Konto teuer machen
Kontowechsel gesetzlicher Kontowechsel-Service kann Daueraufträge und Lastschriften übertragen
Einlagensicherung Guthaben grundsätzlich bis 100.000 Euro pro berechtigter Person und Bank geschützt

Was ist ein Girokonto?

Ein Girokonto ist ein Bankkonto für den laufenden Zahlungsverkehr. Darauf gehen beispielsweise Gehalt, Lohn, Pension oder andere Zahlungen ein; gleichzeitig werden Miete, Rechnungen, Daueraufträge, Lastschriften und Kartenzahlungen davon abgebucht.

Offiziell wird dafür auch der Begriff Zahlungskonto verwendet. Der laufende Unterschied zwischen allen Eingängen und Ausgängen ergibt den Kontosaldo.

Ein Girokonto ist damit etwas anderes als ein Sparkonto oder Festgeldkonto: Es ist in erster Linie für Bezahlen und laufende Geldbewegungen gedacht und nicht für die langfristige Verzinsung größerer Ersparnisse.

Girokonto, Gehaltskonto oder Privatkonto – was sagt man in Österreich?

Im österreichischen Alltag werden mehrere Begriffe verwendet, die sich teilweise überschneiden:

  • Girokonto: allgemeiner und fachlich gebräuchlicher Begriff für das laufende Zahlungskonto.
  • Gehaltskonto: Girokonto, auf das regelmäßig ein Gehalt eingeht. Viele Banken verwenden den Begriff auch für eigene Kontopakete.
  • Lohnkonto: ältere beziehungsweise umgangssprachliche Bezeichnung, wenn der laufende Arbeitslohn auf das Konto überwiesen wird.
  • Privatkonto: häufig verwendete Produktbezeichnung zur Abgrenzung von Geschäfts- oder Firmenkonten.
  • Pensionskonto: im Bankbereich kann damit ein Girokonto für Pensionseingänge gemeint sein. Nicht zu verwechseln mit dem österreichischen Pensionskonto der gesetzlichen Pensionsversicherung.
  • Zahlungskonto: rechtlich geprägter Oberbegriff für ein Konto zur Durchführung von Zahlungsvorgängen.
  • Bankkonto: allgemeiner Alltagsbegriff, der allerdings auch Spar- oder andere Konten umfassen kann.

Auch die Bankomatkarte ist typisch österreichischer Sprachgebrauch. Technisch handelt es sich heute bei der zum Girokonto ausgegebenen Karte meist um eine Debitkarte: Zahlungen werden unmittelbar beziehungsweise zeitnah vom Girokonto belastet.

Historische Begriffe: Scheckkonto und Kontokorrent

Der bargeldlose Zahlungsverkehr hat in Österreich eine lange Geschichte. Der Postsparverkehr wurde bereits im 19. Jahrhundert aufgebaut; in historischen Unterlagen begegnet dabei unter anderem der Begriff Scheckkonto. Schecks und Erlagscheine spielten für den Zahlungsverkehr früher eine wesentlich größere Rolle als heute.

Auch der Begriff Kontokorrentkonto begegnet in älteren rechtlichen und bankwirtschaftlichen Texten. Er beschreibt ein Konto in laufender Rechnung und ist nicht einfach eine moderne Produktbezeichnung für jedes private Gehaltskonto. Der Österreichische Oberste Gerichtshof hat jedoch bereits festgehalten, dass ein Kontokorrentkonto bei einer Bank zugleich ein Girokonto voraussetzt.

Im Alltag des Jahres 2026 sind für Privatpersonen vor allem Girokonto, Gehaltskonto und Privatkonto relevant.

Welches Girokonto passt zu mir?

Ein Girokonto sollte danach ausgewählt werden, welche Leistungen tatsächlich benötigt werden. Das günstigste Modell für einen rein digitalen Nutzer kann für jemanden mit vielen Schaltertransaktionen oder einer zusätzlichen Kreditkarte deutlich teurer sein.

Kontonutzung Besonders wichtige Kriterien
Gehaltskonto Gesamtkosten, Debitkarte, Überziehungsrahmen, Online-Banking
reines Online-Konto App, kostenlose elektronische Buchungen, Kartenkosten, Support
Filialkonto Filialnetz, Bargeldeinzahlung, Schalterleistungen, persönliche Beratung
Konto mit Kreditkarte Gesamtpreis inklusive Kreditkarte und tatsächlich enthaltene Kartenleistungen
Pensionskonto Filialzugang, Bargeldversorgung, einfache Bedienung, laufende Kosten
Gemeinschaftskonto mehrere Karten, Vollmachten, Online-Zugänge und Kontokosten
häufige Auslandsreisen Fremdwährungskosten, Bargeldbehebungen, Debit-/Kreditkarte

Girokonto für Angestellte und Gehaltsempfänger

Für viele österreichische Arbeitnehmer ist das Girokonto gleichzeitig das Gehaltskonto. Regelmäßiger Gehaltseingang kann bei manchen Kontomodellen Voraussetzung für bestimmte Konditionen oder Leistungen sein.

Vor der Eröffnung sollte deshalb geprüft werden:

  • ob ein bestimmter monatlicher Geldeingang verlangt wird,
  • ob nur ein Gehaltseingang oder jeder regelmäßige Eingang zählt,
  • welche Kosten ohne diesen Eingang entstehen,
  • ob Debitkarte und Online-Banking inkludiert sind,
  • ob ein vereinbarter Überziehungsrahmen möglich ist.

Eine kostenlose Kontoführung kann unattraktiv werden, wenn die Voraussetzung nach einem Jobwechsel, in Karenz oder bei längerer Einkommensänderung nicht mehr erfüllt wird.

Girokonto für Pensionisten

Bei einem Konto mit regelmäßigem Pensionseingang können andere Kriterien wichtiger sein. Wer gern persönlich zur Bank geht, sollte Filialentfernung, Schalteröffnungszeiten und Möglichkeiten zur Bargeldversorgung stärker gewichten.

Wer dagegen Banking-App, Überweisungen und Kontoauszüge vollständig digital verwendet, kann auch im Ruhestand von einem günstigen Online-Kontomodell profitieren.

Konto für Selbstständige: Privatkonto nicht ungeprüft geschäftlich verwenden

Wer selbstständig arbeitet, sollte vor einer geschäftlichen Nutzung eines privaten Girokontos die Vertragsbedingungen prüfen. Banken können für geschäftliche beziehungsweise unternehmerische Nutzung eigene Kontomodelle vorsehen.

Ein günstiges Privatkonto ist deshalb nicht automatisch ein Ersatz für ein Geschäftskonto.

Kontoführungsgebühren sparen: Nicht nur die Grundgebühr vergleichen

Der wichtigste Fehler beim Girokonto-Vergleich besteht darin, ausschließlich auf eine monatliche Grundgebühr zu schauen.

Für Verbraucher ist vielmehr die Frage entscheidend:

Was kostet dieses Konto bei meiner tatsächlichen Nutzung in einem ganzen Jahr?

Die Entgeltaufstellung des bestehenden Kontos nutzen

Banken müssen Verbraucher über Kontokosten standardisiert informieren. Während der laufenden Geschäftsbeziehung erhalten Kunden eine Entgeltaufstellung, aus der die im vergangenen Zeitraum angefallenen Kontoentgelte ersichtlich sind.

Damit lässt sich ein Kontowechsel wesentlich konkreter vorbereiten. Statt zu schätzen, können die tatsächlichen bisherigen Kosten mit einem neuen Angebot verglichen werden.

Diese Girokonto-Kosten sollte man prüfen

  • Kontoführungspauschale: monatliche, quartalsweise oder jährliche Grundkosten.
  • Debitkarte: ist die Bankomatkarte inkludiert oder kostet sie zusätzlich?
  • Kreditkarte: im Paket enthalten oder separater Vertrag mit Jahresgebühr?
  • Buchungszeilen: können bei einzelnen Kontomodellen zusätzlich verrechnet werden.
  • Schalterbuchungen: persönliche Überweisungen oder Bartransaktionen können anders bepreist sein als Online-Buchungen.
  • Bargeldbehebungen: insbesondere bei fremden Automaten und im Ausland prüfen.
  • Bargeldeinzahlungen: relevant für Menschen, die regelmäßig Bargeld aufs Konto einzahlen.
  • Papierauszüge: können gegenüber elektronischen Kontoauszügen zusätzliche Kosten verursachen.
  • Fremdwährung: wichtig für Reisen und Zahlungen außerhalb des Euroraums.
  • Überziehungszinsen: bei regelmäßigem Minus besonders relevant.

Was bedeutet „kostenloses Girokonto“ wirklich?

Ein Girokonto kann ohne laufende Grundgebühr angeboten werden und trotzdem Kosten verursachen.

Mögliche Bedingungen sind beispielsweise:

  • regelmäßiger Mindestgeldeingang,
  • reine Online-Nutzung,
  • kostenpflichtige Zusatzkarte,
  • Kreditkarte nur gegen Aufpreis,
  • Entgelt für bestimmte Schalterleistungen,
  • besondere Kosten bei Fremdwährungen oder Bargeldbehebungen.

„0 Euro Kontoführung“ sollte daher immer zusammen mit der vollständigen Entgeltinformation betrachtet werden.

Auch innerhalb derselben Bank kann ein anderes Kontomodell reichen

Wer mit seiner Bank grundsätzlich zufrieden ist, muss nicht zwingend sofort das Institut wechseln. Es kann sinnvoll sein, zuerst zu prüfen, ob inzwischen ein anderes Kontomodell derselben Bank besser zur Nutzung passt.

Das gilt beispielsweise, wenn kaum noch Schalterleistungen verwendet werden, die alte Kreditkarte nicht mehr benötigt wird oder ein früher passendes Pauschalmodell inzwischen zu umfangreich ist.

Girokonto mit Kreditkarte: Paket genau prüfen

Ein Girokonto mit Kreditkarte kann praktisch sein, wenn beide Produkte ohnehin benötigt werden. Allerdings sollte genau geprüft werden, was tatsächlich im Kontopaket enthalten ist.

Debitkarte ist nicht dasselbe wie Kreditkarte

Die klassische österreichische „Bankomatkarte“ ist heute typischerweise eine Debitkarte. Beim Bezahlen wird das Girokonto unmittelbar beziehungsweise sehr zeitnah belastet.

Bei einer klassischen Kreditkarte werden die Umsätze dagegen üblicherweise gesammelt und später – häufig im folgenden Abrechnungszeitraum – vom Girokonto eingezogen.

Eine Debitkarte kann heute ebenfalls Kartennummer, Ablaufdatum und Sicherheitscode besitzen und dadurch für viele Online-Zahlungen verwendet werden. Das macht sie aber noch nicht zu einer Kreditkarte.

Bei einem Kontopaket mit Kreditkarte prüfen

  • Ist tatsächlich eine Kreditkarte enthalten?
  • Welche jährliche Kartengebühr ist im Kontopreis berücksichtigt?
  • Gibt es einen bestimmten Kartenumsatz als Voraussetzung?
  • Welche Fremdwährungsgebühren gelten?
  • Was kostet Bargeldbehebung mit der Kreditkarte?
  • Sind Reiseversicherungen enthalten?
  • Welche Voraussetzungen gelten für einen Versicherungsschutz?
  • Welche Kartenlimits gelten?

Wer eine Karte besonders auf Reisen verwendet, findet zusätzliche Hinweise in unserem Beitrag zur Kreditkarte im Urlaub und zu wichtigen Kartenleistungen.

Girokonto wechseln in Österreich: einfacher als viele denken

Die Sorge vor dem Kontowechsel hält viele Menschen jahrelang bei einem alten Kontomodell. Miete, Strom, Versicherungen, Gehalt, Streamingdienste und Daueraufträge scheinen auf den ersten Blick einen enormen Umstellungsaufwand zu verursachen.

Für Verbraucher gibt es in Österreich jedoch einen gesetzlich geregelten Kontowechsel-Service, bei dem die neue Bank einen wesentlichen Teil der Umstellung übernimmt.

So läuft der Kontowechsel grundsätzlich ab

  1. Neues Girokonto eröffnen. Zuerst wird das gewünschte Konto bei der neuen Bank eingerichtet.
  2. Kontowechsel beauftragen. Der neuen Bank wird der Auftrag erteilt, den Wechselservice durchzuführen.
  3. Neue Bank kontaktiert die alte Bank. Dafür gelten gesetzliche Fristen.
  4. Zahlungsinformationen werden übertragen. Daueraufträge, Lastschriften und wiederkehrende Zahlungseingänge werden ausgewertet.
  5. Neue Zahlungsverbindungen werden eingerichtet. Die neue Bank unterstützt bei der Umstellung.
  6. Altes Konto schließen. Der Zeitpunkt sollte so gewählt werden, dass der Übergang vollständig kontrolliert werden kann.

Welche Fristen gelten beim Kontowechsel?

Nach den aktuellen österreichischen Regeln gelten klare Zeitvorgaben:

  • Die neue Bank hat 2 Geschäftstage, um nach dem erteilten Auftrag die alte Bank zu kontaktieren.
  • Die bisherige Bank hat 5 Geschäftstage, um die angeforderten Informationen über bestehende Zahlungsaufträge zu übermitteln.
  • Die neue Bank hat anschließend weitere 5 Geschäftstage, um die entsprechenden Zahlungseinrichtungen vorzunehmen und Zahler beziehungsweise Zahlungsempfänger zu informieren.

Die bisherige Bank stellt außerdem verfügbare Daten über Lastschriften und wiederkehrende Zahlungseingänge der vergangenen 13 Monate bereit.

Was wird beim Kontowechsel typischerweise erfasst?

Dazu können insbesondere gehören:

  • Daueraufträge,
  • SEPA-Lastschriften,
  • regelmäßiger Gehaltseingang,
  • Pensionseingang,
  • wiederkehrende andere Zahlungseingänge.

Der Wechselservice nimmt dadurch einen großen Teil der klassischen „IBAN-Übersiedlung“ ab.

Was muss ich trotz Kontowechsel selbst kontrollieren?

Ein Kontowechsel-Service bedeutet nicht, dass jede denkbare Zahlungsbeziehung automatisch erkannt werden kann.

Besonders wichtig sind Zahlungen, die nicht über die IBAN, sondern über die Kartennummer des alten Kontos laufen. Dazu können beispielsweise gehören:

  • Streaming-Abos,
  • App-Stores,
  • Cloud-Dienste,
  • Mobilitäts- und Park-Apps,
  • Online-Shops mit gespeicherter Debitkarte,
  • Hotel- oder Reiseplattformen,
  • andere wiederkehrende Kartenzahlungen.

Wird die alte Debit- oder Kreditkarte beendet, müssen dort gespeicherte Kartendaten gegebenenfalls manuell aktualisiert werden.

Altes Konto nicht unnötig früh schließen

Praktisch kann es sinnvoll sein, einen kurzen Übergangszeitraum einzuplanen. Dadurch lässt sich kontrollieren, ob noch unerwartete Lastschriften, Gutschriften oder Kartenzahlungen am bisherigen Konto auftauchen.

Vor der endgültigen Schließung sollte insbesondere geprüft werden:

  • Ist das Gehalt beziehungsweise die Pension bereits am neuen Konto angekommen?
  • Wurde die Miete korrekt umgestellt?
  • Laufen Strom, Gas, Internet und Versicherungen über die neue IBAN?
  • Sind Daueraufträge vollständig?
  • Wurden gespeicherte Kartendaten aktualisiert?
  • Bestehen noch offene Kartenabrechnungen?
  • Ist ein allfälliger negativer Saldo ausgeglichen?

Wann lohnt sich ein Girokonto-Wechsel?

Ein Wechsel ist nicht nur dann interessant, wenn eine andere Bank mit „0 Euro“ wirbt. Mehrere praktische Situationen sprechen dafür, das bestehende Konto neu zu vergleichen.

Die Kontogebühren sind über Jahre gestiegen

Wer seit zehn oder zwanzig Jahren dasselbe Gehaltskonto besitzt, sollte zumindest einmal prüfen, ob das alte Preismodell noch zur heutigen Nutzung passt.

Viele Menschen erledigen inzwischen nahezu alle Überweisungen digital, bezahlen mit Karte und benötigen kaum noch kostenintensive Filialleistungen.

Eine angekündigte Preisänderung gibt den Anstoß

Banken müssen Änderungen von Zahlungsdiensteverträgen nach den gesetzlichen Regeln ankündigen. Eine Mitteilung über neue Kontogebühren ist ein guter Anlass, das eigene Nutzungsprofil mit aktuellen Girokonten zu vergleichen.

Die Kreditkarte kostet zusätzlich

Wer Girokonto und Kreditkarte separat bezahlt, kann prüfen, ob ein Kontopaket mit passender Karte insgesamt günstiger ist.

Umgekehrt sollte niemand ein teureres Kontopaket nur deshalb behalten, weil eine Kreditkarte enthalten ist, die praktisch nie verwendet wird.

Das bestehende Konto passt nicht mehr zum Alltag

Ein Konto, das mit 20 Jahren optimal war, muss mit 40 oder 60 nicht mehr dieselbe Funktion erfüllen.

Typische Veränderungen sind:

  • Wechsel vom Studium ins Berufsleben,
  • höheres oder niedrigeres Einkommen,
  • Karenz oder Teilzeit,
  • Selbstständigkeit,
  • Pensionierung,
  • Umzug in ein anderes Bundesland,
  • mehr Auslandsreisen,
  • Wunsch nach einer besseren Banking-App,
  • Filialservice wird wichtiger oder unwichtiger.

Online-Bank, Filialbank oder regionale Bank in Österreich?

Der österreichische Bankenmarkt ist stark regional geprägt. Neben österreichweit auftretenden Instituten gibt es Bankengruppen mit regional selbstständigen oder unterschiedlich organisierten Instituten und Kontomodellen.

Deshalb sollte nicht automatisch angenommen werden, dass ein bekannter Markenname in Wien, Graz, Innsbruck oder einem ländlichen Bezirk exakt dieselben Kontokonditionen bedeutet. Entscheidend ist immer das konkrete Kreditinstitut und Kontomodell.

Online-Konto

Ein digitales Kontomodell kann besonders gut passen, wenn:

  • fast alle Bankgeschäfte per App oder Computer erledigt werden,
  • selten Bargeld eingezahlt wird,
  • persönliche Beratung kaum benötigt wird,
  • niedrige laufende Kosten wichtig sind.

Filialkonto

Ein Filialkonto kann dagegen sinnvoll sein, wenn:

  • regelmäßig Bargeld eingezahlt wird,
  • persönlicher Kontakt gewünscht ist,
  • kompliziertere Bankgeschäfte gern vor Ort besprochen werden,
  • eine gut erreichbare Filiale einen echten Alltagsvorteil bietet.

Regionalbank

Gerade außerhalb größerer Städte können Filialdichte, lokale Ansprechpartner und die Verfügbarkeit von Selbstbedienungsbereichen stärker ins Gewicht fallen.

Wer beispielsweise in einem kleineren Ort in der Steiermark, in Tirol oder im Burgenland wohnt, sollte deshalb neben dem Preis auch prüfen, wie weit der nächste tatsächlich benötigte Bankservice entfernt ist.

Stadtbewohner haben häufig andere Prioritäten

In Wien, Graz, Linz, Salzburg oder Innsbruck stehen meist viele Filialen, Bankomaten und alternative Institute zur Auswahl. Dadurch kann ein rein digitales Konto leichter funktionieren.

Die entscheidende Frage bleibt jedoch dieselbe: Welche Leistungen werden wirklich genutzt?

Bankomatkarte, Debitkarte und Bargeld

Die Bezeichnung Bankomatkarte ist in Österreich weiterhin fest im Alltag verankert. Technisch ist die moderne Karte zum Girokonto in der Regel eine Debitkarte.

Damit können Kunden:

  • am Bankomaten Bargeld beheben,
  • im Geschäft bezahlen,
  • kontaktlos bezahlen,
  • bei entsprechend ausgestatteten Karten online einkaufen.

Der Betrag wird dabei direkt beziehungsweise zeitnah dem Girokonto belastet.

Beim Girokonto-Vergleich auch Bargeldbehebungen berücksichtigen

Wer regelmäßig Bargeld verwendet, sollte prüfen, welche Kosten beim Abheben entstehen können.

Innerhalb des Euroraums sind Kartenzahlungen und Bargeldbehebungen mit der Debitkarte häufig unkompliziert; dennoch können je nach Kontomodell Buchungsentgelte und bei bankunabhängigen Automaten zusätzliche Betreiberentgelte relevant sein.

Bargeldeinzahlung ist für manche Nutzer wichtiger als Bargeldbehebung

Wer beruflich oder privat regelmäßig Bargeld einzahlen muss, sollte besonders genau hinschauen. Ein günstiges reines Online-Konto kann unpraktisch werden, wenn es keine passende Bargeldeinzahlungsmöglichkeit in der Nähe gibt.

Überziehungsrahmen: Der oft unterschätzte Girokonto-Kostenfaktor

Viele Banken können ihren Kunden einen vereinbarten Überziehungsrahmen beziehungsweise Kontorahmen anbieten. Umgangssprachlich wird häufig vom „Dispo“ gesprochen.

Das Konto darf dann innerhalb des vereinbarten Rahmens ins Minus gehen. Die dafür verrechneten Sollzinsen sind jedoch typischerweise wesentlich höher als Sparzinsen auf Guthaben.

Ein günstiges Girokonto kann durch regelmäßige Überziehung teuer werden

Wer beispielsweise jeden Monat mehrere Wochen im Minus ist, sollte beim Kontovergleich nicht nur 20 oder 40 Euro Unterschied bei der jährlichen Kontoführung betrachten.

Die Kosten der Kontoüberziehung können wesentlich stärker ins Gewicht fallen.

Überziehungsrahmen ist keine langfristige Finanzierung

Ein Kontorahmen ist für kurzfristige Liquidität gedacht. Wird dauerhaft Geld benötigt, sollte geprüft werden, ob eine geordnete Rückzahlung oder eine andere Finanzierung günstiger und besser planbar ist.

Ein möglichst großer Überziehungsrahmen ist deshalb nicht automatisch ein Vorteil eines Girokontos.

Wie sicher ist Geld auf einem Girokonto?

Girokonten gehören in Österreich grundsätzlich zu den von der gesetzlichen Einlagensicherung erfassten Zahlungsverkehrskonten.

Gedeckte Einlagen sind grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro berechtigter Person und Bank geschützt. Dabei werden nicht einfach 100.000 Euro für jedes einzelne Konto separat gerechnet.

Besitzt eine Person bei derselben Bank beispielsweise:

  • 20.000 Euro am Girokonto,
  • 40.000 Euro am Tagesgeldkonto und
  • 50.000 Euro Festgeld,

dann sind für die allgemeine Sicherungsgrenze grundsätzlich die gedeckten Einlagen bei dieser Bank gemeinsam zu betrachten.

Welche Sonderregeln bei Gemeinschaftskonten, hohen vorübergehenden Guthaben und Banken aus anderen EU-Staaten gelten, erklärt unser ausführlicher Ratgeber zur Einlagensicherung in Österreich.

Größere Ersparnisse gehören nicht automatisch aufs Girokonto

Ein Girokonto ist für Zahlungsverkehr und kurzfristige Liquidität gedacht. Größere dauerhaft nicht benötigte Guthaben sollten deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Verzinsung betrachtet werden.

Wer Geld nicht sofort benötigt, kann zusätzlich den Sparzinsen-Vergleich für Österreich nutzen und prüfen, ob ein getrenntes Sparprodukt besser zum jeweiligen Betrag passt.

Was ist ein Basiskonto?

Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU haben unter den gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch auf ein sogenanntes Basiskonto.

Es soll sicherstellen, dass Menschen grundlegende Funktionen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs nutzen können.

Dazu gehören insbesondere:

  • Einzahlungen,
  • Bargeldbehebungen,
  • Überweisungen,
  • Lastschriften,
  • Kartenzahlungen,
  • Online-Zahlungen.

Ein Basiskonto kann grundsätzlich nicht überzogen werden. Eine Kreditkarte gehört ebenfalls nicht automatisch zum gesetzlich vorgesehenen Leistungsumfang.

Die Gebühren eines Basiskontos sind gesetzlich begrenzt. Da sich die konkreten Höchstbeträge ändern können, sollte bei Bedarf der aktuell veröffentlichte Wert der Finanzmarktaufsicht geprüft werden.

Girokonto für Paare: Einzelkonto oder Gemeinschaftskonto?

Paare müssen nicht zwingend ihr gesamtes Geld auf einem gemeinsamen Girokonto führen.

In der Praxis sind mehrere Modelle möglich:

  • zwei getrennte Einzelkonten,
  • nur ein gemeinsames Haushaltskonto,
  • je ein persönliches Konto plus gemeinsames Konto für Miete und Haushaltskosten.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Einkommen, gemeinsamen Ausgaben und gewünschter finanzieller Selbstständigkeit ab.

Beim Gemeinschaftskonto Kosten für mehrere Karten prüfen

Ein günstiges Kontomodell kann teurer werden, wenn eine zweite Debitkarte oder zusätzliche Kreditkarte separat verrechnet wird.

Bei Paaren sollte deshalb der tatsächliche Gesamtpreis für zwei Kontoinhaber beziehungsweise zwei Karten betrachtet werden.

Zweites Girokonto: Wann kann es sinnvoll sein?

Ein zweites Konto kann verschiedene praktische Aufgaben erfüllen.

Beispiele sind:

  • gemeinsames Haushaltskonto zusätzlich zum Gehaltskonto,
  • separates Konto für Fixkosten,
  • Reisekonto,
  • Trennung verschiedener privater Budgets.

Ein zusätzliches Konto verursacht allerdings möglicherweise eigene Kontoführungs- und Kartenkosten. Es sollte deshalb einen klaren Zweck erfüllen.

Girokonto eröffnen: Was vorher geklärt sein sollte

Vor der direkten Kontoeröffnung empfiehlt sich eine kurze persönliche Checkliste.

  1. Wie viel kostet das Konto pro Jahr bei meiner Nutzung?
  2. Welche Bedingungen gelten für eine kostenlose Kontoführung?
  3. Ist eine Debitkarte inkludiert?
  4. Brauche ich zusätzlich eine echte Kreditkarte?
  5. Wie viel kosten zusätzliche Karten?
  6. Brauche ich Filialservice?
  7. Kann ich bei Bedarf Bargeld einzahlen?
  8. Welche Kosten entstehen im Ausland?
  9. Welche Sollzinsen gelten bei einer Überziehung?
  10. Welche Einlagensicherung ist zuständig?
  11. Wie funktioniert der spätere Kontowechsel oder die Kündigung?

Wer diese Punkte beantworten kann, kann im Girokonto Vergleich die aktuell passenden Konten gegenüberstellen.

Typische Fehler beim Girokonto-Vergleich vermeiden

Nur auf „0 Euro“ klicken

Eine fehlende Grundgebühr sagt nichts darüber aus, was Debitkarte, Kreditkarte, Auslandsnutzung oder zusätzliche Bankleistungen kosten.

Kreditkarte und Debitkarte verwechseln

Eine moderne Debitkarte sieht einer Kreditkarte sehr ähnlich und funktioniert auch im Internet. Die Belastung des Girokontos erfolgt jedoch anders.

Kontowechsel aus Angst jahrelang verschieben

Daueraufträge und Lastschriften müssen in Österreich nicht zwingend einzeln von Hand neu angelegt werden. Der gesetzliche Kontowechsel-Service übernimmt einen wesentlichen Teil dieser Arbeit.

Karten-Abos beim Wechsel vergessen

Eine neue IBAN aktualisiert nicht automatisch jede bei einem Online-Dienst gespeicherte Kartennummer.

Altes Konto sofort schließen

Ein kurzer kontrollierter Übergang erleichtert es, vergessene Zahlungen zu erkennen.

Überziehungszinsen ignorieren

Wer häufig im Minus ist, kann durch hohe Sollzinsen wesentlich mehr verlieren als durch eine geringfügig höhere Kontoführung.

Große Ersparnisse unverzinst liegen lassen

Das Girokonto ist für den Zahlungsverkehr gedacht. Überschüssige langfristige Rücklagen sollten separat betrachtet werden.

Regionalität überhaupt nicht berücksichtigen

Ein reines Online-Konto ist nicht für jeden automatisch optimal. Wer regelmäßig eine Filiale, Bargeldeinzahlungen oder persönlichen Service benötigt, sollte diese Nutzung in den Preisvergleich einbeziehen.

Kompaktes Girokonto-Glossar Österreich

Girokonto
Konto zur Abwicklung des laufenden bargeldlosen Zahlungsverkehrs.
Zahlungskonto
Rechtlich gebräuchlicher Begriff für ein Konto, das zur Durchführung von Zahlungsvorgängen verwendet wird.
Gehaltskonto
Girokonto, auf das regelmäßig das Gehalt überwiesen wird; zugleich häufig eine Produktbezeichnung österreichischer Banken.
Lohnkonto
Umgangssprachliche beziehungsweise ältere Bezeichnung für ein Girokonto mit regelmäßigem Lohneingang.
Privatkonto
Bezeichnung für ein Konto zur privaten Nutzung im Gegensatz zu einem Geschäfts- oder Firmenkonto.
Bankomatkarte
Österreichischer Alltagsbegriff für die zum Girokonto gehörende Zahlungskarte; heute meist eine Debitkarte.
Debitkarte
Zahlungskarte, bei der Umsätze unmittelbar beziehungsweise zeitnah dem Girokonto belastet werden.
Kreditkarte
Karte, bei der Zahlungen typischerweise gesammelt und erst zu einem späteren Abrechnungstermin belastet werden.
IBAN
Internationale Kontonummer, die für Überweisungen und Lastschriften verwendet wird.
Dauerauftrag
Vom Kontoinhaber eingerichtete regelmäßige Überweisung eines festgelegten Betrags, etwa für Miete.
Lastschrift
Zahlungsverfahren, bei dem ein berechtigter Zahlungsempfänger den vereinbarten Betrag vom Konto einzieht.
Saldo
Differenz aus Gutschriften und Belastungen des Kontos.
Überziehungsrahmen
Mit der Bank vereinbarter Betrag, bis zu dem das Girokonto ins Minus gehen darf.
Sollzinsen
Zinsen, die bei einem negativen Kontostand beziehungsweise einer vereinbarten Kontoüberziehung anfallen.
Habenzinsen
Zinsen, die eine Bank gegebenenfalls auf positives Guthaben zahlt.
Entgeltinformation
Standardisierte Übersicht über Gebühren wichtiger Kontodienstleistungen vor Vertragsabschluss.
Entgeltaufstellung
Übersicht über die im vergangenen Abrechnungszeitraum tatsächlich angefallenen Kontoentgelte.
Kontowechsel-Service
Gesetzlich geregeltes Verfahren, bei dem die neue Bank beim Übertragen wiederkehrender Zahlungsvorgänge unterstützt.
Basiskonto
Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen, auf das Verbraucher unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch haben.
Scheckkonto
Historische Bezeichnung aus einer Zeit, in der Schecks im österreichischen Zahlungsverkehr eine wesentlich größere Rolle spielten.

FAQ zum Girokonto Vergleich Österreich

Was ist ein Girokonto einfach erklärt?

Ein Girokonto ist das Bankkonto für den täglichen Zahlungsverkehr. Gehalt oder Pension gehen darauf ein; Rechnungen, Miete, Lastschriften, Überweisungen und Kartenzahlungen werden davon bezahlt.

Was ist der Unterschied zwischen Girokonto und Gehaltskonto?

Ein Gehaltskonto ist grundsätzlich ein Girokonto, das für regelmäßige Gehaltseingänge verwendet wird. Banken können dafür eigene Kontomodelle und Konditionen anbieten.

Wie nennt man ein Girokonto in Österreich noch?

Gebräuchlich sind unter anderem Gehaltskonto, Privatkonto, Bankkonto und offiziell Zahlungskonto. Bei Pensionseingang wird im Bankkontext teilweise auch von einem Pensionskonto gesprochen.

Was ist ein Lohnkonto?

Im alltäglichen beziehungsweise älteren Sprachgebrauch kann damit ein Girokonto gemeint sein, auf das regelmäßig der Arbeitslohn eingeht. Heute wird häufiger der Begriff Gehaltskonto verwendet.

Welches Girokonto ist das beste in Österreich?

Ein universell bestes Konto gibt es nicht. Entscheidend sind jährliche Gesamtkosten, Debit- und Kreditkarte, Nutzungsverhalten, Filialbedarf, Bargeld, Auslandseinsatz und gegebenenfalls Überziehungszinsen.

Welche Bank hat das günstigste Girokonto in Österreich?

Das hängt vom persönlichen Nutzungsprofil und den aktuellen Konditionen ab. Ein kostenloses Online-Konto kann für einen digitalen Nutzer sehr günstig sein, während für häufige Filial- oder Bargeldtransaktionen ein anderes Modell besser passen kann.

Gibt es kostenlose Girokonten in Österreich?

Ja, Konten ohne laufende Grundgebühr können angeboten werden. Häufig gelten dafür Bedingungen wie ein bestimmter Geldeingang oder reine Online-Nutzung. Zusatzleistungen können trotzdem kostenpflichtig sein.

Was kostet ein Girokonto pro Jahr?

Die tatsächlichen Jahreskosten hängen vom Kontomodell und der Nutzung ab. Berücksichtigt werden sollten Kontoführung, Karten, Buchungsentgelte, Schalterleistungen, Bargeld, Auslandsnutzung und gegebenenfalls Überziehungszinsen.

Wie finde ich heraus, was mein derzeitiges Konto wirklich kostet?

Nutzen Sie die standardisierte Entgeltaufstellung Ihrer Bank. Darin werden die angefallenen Kontokosten ausgewiesen und können mit aktuellen Angeboten verglichen werden.

Wann lohnt es sich, das Girokonto zu wechseln?

Ein Vergleich lohnt sich besonders bei hohen laufenden Gebühren, angekündigten Preisänderungen, ungenutzten Zusatzleistungen, teurer Kreditkarte, häufigem Online-Banking oder wenn das bisherige Kontomodell nicht mehr zur Lebenssituation passt.

Ist ein Girokonto-Wechsel in Österreich kompliziert?

Der gesetzliche Kontowechsel-Service erleichtert die Umstellung erheblich. Die neue Bank übernimmt nach Beauftragung unter anderem die Kommunikation mit der bisherigen Bank und unterstützt bei wiederkehrenden Zahlungsaufträgen.

Wie lange dauert der Kontowechsel?

Für einzelne Schritte gelten gesetzliche Geschäftstagsfristen: Die neue Bank kontaktiert die alte Bank binnen zwei Geschäftstagen; diese übermittelt die relevanten Informationen binnen fünf Geschäftstagen. Danach hat die neue Bank weitere fünf Geschäftstage für die Einrichtung der Zahlungsvorgänge.

Wer informiert meinen Arbeitgeber beim Kontowechsel?

Im Rahmen des gesetzlichen Wechselservices kann die neue Bank wiederkehrende Zahler über die neue Kontoverbindung informieren. Trotzdem sollte kontrolliert werden, ob der Arbeitgeber die neue IBAN tatsächlich rechtzeitig übernommen hat.

Werden Daueraufträge automatisch übernommen?

Der Kontowechsel-Service umfasst Informationen über bestehende Daueraufträge und unterstützt bei ihrer Einrichtung am neuen Konto. Nach dem Wechsel sollte die Liste dennoch kontrolliert werden.

Werden Lastschriften beim Kontowechsel übertragen?

Die bisherige Bank stellt im Wechselverfahren auch verfügbare Informationen zu Lastschriften bereit. Die neue Bank übernimmt daraus die vorgesehenen Schritte zur Umstellung.

Werden Netflix, Spotify und andere Abos automatisch umgestellt?

Nicht unbedingt. Wird ein Abo über die alte Debit- oder Kreditkartennummer abgerechnet, reicht eine neue IBAN nicht aus. Die hinterlegte Kartennummer muss dann selbst aktualisiert werden.

Sollte ich mein altes Girokonto sofort kündigen?

Ein kurzer Übergangszeitraum kann praktisch sein, um vergessene Zahlungen zu erkennen. Vor der endgültigen Schließung sollten Gehalt, Lastschriften, Daueraufträge und kartengebundene Abos kontrolliert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Bankomatkarte und Debitkarte?

„Bankomatkarte“ ist der in Österreich weiterhin verbreitete Alltagsbegriff. Moderne Bankomatkarten sind üblicherweise Debitkarten, bei denen Zahlungen direkt beziehungsweise zeitnah vom Girokonto abgebucht werden.

Was ist der Unterschied zwischen Debitkarte und Kreditkarte?

Bei der Debitkarte wird das Girokonto unmittelbar beziehungsweise zeitnah belastet. Bei einer klassischen Kreditkarte werden Umsätze meist gesammelt und später gemeinsam abgerechnet.

Gibt es Girokonten mit kostenloser Kreditkarte?

Einige Kontopakete können eine Kreditkarte ohne separate Jahresgebühr beinhalten oder an bestimmte Bedingungen knüpfen. Entscheidend ist der Gesamtpreis des Kontopakets und nicht allein die Bezeichnung „kostenlose Kreditkarte“.

Brauche ich überhaupt noch eine Kreditkarte, wenn meine Debitkarte online funktioniert?

Das hängt von der Nutzung ab. Debitkarten ermöglichen viele Online-Zahlungen. Eine echte Kreditkarte kann trotzdem wegen Abrechnungsweise, Kautionen, Mietwagen, Reiseleistungen oder Versicherungen interessant sein.

Ist mein Geld auf dem Girokonto sicher?

Girokontoguthaben zählen grundsätzlich zu den gedeckten Einlagen. Die allgemeine Einlagensicherung schützt Einlagen samt Zinsen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro berechtigter Person und Bank.

Kann ich mehr als ein Girokonto haben?

Ja. Ein zweites Konto kann beispielsweise für gemeinsame Haushaltskosten oder eine getrennte Budgetplanung verwendet werden. Zusätzliche Konten können allerdings weitere Gebühren verursachen.

Kann ein Paar ein gemeinsames Girokonto haben?

Ja, Banken bieten Gemeinschaftskonten beziehungsweise Konten mit mehreren verfügungsberechtigten Personen an. Verglichen werden sollten insbesondere Kosten für zusätzliche Karten und Zugänge.

Kann ich mein Konto überziehen?

Nur wenn die Bank eine entsprechende Überziehung zulässt beziehungsweise einen Kontorahmen vereinbart. Dafür fallen Sollzinsen an; ein Überziehungsrahmen sollte nicht als langfristige Finanzierung betrachtet werden.

Wie hoch sollte mein Überziehungsrahmen sein?

So hoch wie nötig und nicht automatisch so hoch wie möglich. Entscheidend ist, dass eine kurzfristige Überziehung auch wieder zuverlässig aus dem laufenden Einkommen zurückgeführt werden kann.

Was ist ein Basiskonto?

Das Basiskonto ist ein gesetzlich vorgesehenes Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen. Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch darauf. Eine Kontoüberziehung ist beim Basiskonto grundsätzlich nicht vorgesehen.

Ist ein Online-Girokonto besser als eine Filialbank?

Nicht pauschal. Online-Konten können für vollständig digitale Nutzer günstig sein. Wer Bargeld einzahlen oder persönliche Schalterleistungen nutzen möchte, kann mit einer gut erreichbaren Filialbank besser bedient sein.

Sind Girokonten bei Regionalbanken teurer?

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Kontomodelle unterscheiden sich nach Bank, Region und Leistungsumfang. Deshalb sollte immer das konkrete Angebot und nicht allein die Bankengruppe verglichen werden.

Kann ich mein Girokonto in einem anderen Bundesland weiterverwenden?

Grundsätzlich ja. Ein bestehendes Girokonto ist nicht an den Wohnort gebunden. Nach einem Umzug kann allerdings relevant werden, ob gewünschte Filial- oder Bargeldservices in der neuen Region verfügbar sind.

Kann ich mein gesamtes Erspartes auf dem Girokonto lassen?

Technisch kann ein positives Guthaben auf dem Girokonto liegen. Für länger nicht benötigte Beträge sollte jedoch geprüft werden, ob ein separates Sparprodukt eine bessere Verzinsung bietet und wie die Einlagensicherung insgesamt verteilt ist.

Wie eröffne ich jetzt ein neues Girokonto?

Vergleichen Sie zuerst die jährlichen Kosten und benötigten Leistungen. Wählen Sie anschließend ein passendes Angebot im Girokonto-Vergleich weiter oben. Nach der Eröffnung können Sie bei einem Bankwechsel den gesetzlichen Kontowechsel-Service beauftragen.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz-, Rechts- oder Kreditberatung dar. Kontogebühren, Kartenleistungen, Überziehungszinsen, Neukundenbedingungen und Bankangebote können sich ändern. Prüfen Sie vor einer Kontoeröffnung die aktuelle Entgeltinformation, Vertragsbedingungen und das zuständige Einlagensicherungssystem des konkreten Kreditinstituts.

Artikel teilen