Was ist Schwarzkümmelöl?
Das Öl wird aus den Samen des echten Schwarzkümmels (Nigella sativa)gewonnen. Die Pflanze wächst in Südeuropa, Westasien, Indien und Nordafrika und war bereits im Altertum als Heilmittel bekannt. Im alten Ägypten war das Öl sogar eine Grabbeigabe für Herrscher. Daher kommt auch der Beiname Gold der Pharaonen. So wurden etwa im Grab des Pharaos Tutanchamun ein Fläschchen mit Schwarzkümmelöl gefunden.
Seit über 3.000 Jahren wird das Schwarzkümmelöl in der traditionellen Medizin genutzt. Nicht nur in Ägypten, auch in Indien und in der islamischen Heilkunst war das Öl beliebt. Der Prophet Mohammed soll über das Öl gesagt haben, es sei „ein Heilmittel für jede Krankheit außer dem Tod“.
Was sind die Inhaltsstoffe von Schwarzkümmelöl?
Die ölhaltigen Samen sind reich an ungesättigten Fettsäuren und haben einen verhältnismäßig hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Der Gehalt an ätherischen Ölen im echten Schwarzkümmelöl liegt bei 0,5 bis 1,5 Prozent. Die Samen von Nigella sativa liefern wertvolle fette Pflanzenöle. Bei einem Gehalt von etwa 30 bis 40 Prozent, ergibt das ca. 300 bis 400 Milliliter Öl. Das ist im Vergleich mit vielen anderen ölhaltigen Pflanzen ein guter Mittelwert. Außerdem enthalten die Samen:
- sekundäre Pflanzenstoffe: Carotine, Phenole, Sterole, Alkaloide und Saponine
- Spurenelemente: Zink, Chrom, Vanadium, Mangan und Selen
- Mineralstoffe: Magnesium, Kalzium, Kalium und Natrium
- Vitamine: B1, B6, Niacin und Folsäure und Vitamin E
- Nahrungsfette: ungesättigte Fettsäuren(Omega-6, Omega-9 und Palmitinsäure)
Wichtigster Bestandteil der ätherischen Öle ist das Thymochinon. Dieses gründlich erforschte Antioxidans hat eine breite therapeutische Wirkung. Die Forschungsergebnisse belegen entzündungshemmende, antiallergische sowie antimikrobielle Eigenschaften. Weitere Inhaltsstoffe sind p-Cymen, ein aromatischer Kohlenwasserstoff, der dem Öl seine typische würzig-krautige Duftnote verleiht.
Auf dem riesigen Markt gute Anbieter herauszufiltern ist nicht einfach. Eine Erste Hilfe bieten Reformhäuser, Apotheken oder traditionelle Ölmühlen. Eine gute Adresse für Nahrungsergänzungsmittel sind natürlich auch etablierte und seriöse Online-Shops, die Schwarzkümmelöl in hochwertiger Qualität aus kontrolliert biologischem Anbau in Ägypten bieten. Das Öl wurde hier beispielsweise schonend kalt gepresst (erste Pressung) und ohne Allergene.
Wie gesund ist Schwarzkümmelöl?
Bekannterweise haben Nahrungsergänzungsmittel in der Regel Vor- und Nachteile. Das gilt auch für Schwarzkümmelöl. Die Reinheit und Wirksamkeit variiert stark zwischen den verschiedenen Marken. Im Allgemeinen soll das Öl gegen verschiedenste Krankheiten und Beschwerden, unter anderem bei Allergien, Entzündungen, Verdauungsbeschwerden und Hautproblemen helfen. Bei genauerer Betrachtung sind die Wirkungen zu relativieren, Schwarzkümmelöl ist kein Wundermittel, kann aber tatsächlich diverse Beschwerden abschwächen und lindern.
Insbesondere bei Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen ergaben Studien erste Hinweise darauf, dass Schwarzkümmelöl die Symptome lindern könnte. Bei allergischen Erkrankungen gibt es noch keine aussagefähigen Untersuchungen. Der im Öl enthaltene Wirkstoff Thymochinon ist aber für seine stark entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften bekannt. Genauer untersucht wurde die Wirkung von Schwarzkümmelöl bei hormonellen Beschwerden. Bei regelmäßiger Einnahme besserten sich typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen spürbar. Es wurde behauptet, Schwarzkümmelöl helfe angeblich bei Krebs. Einige wenige klinische Studien zeigten vereinzelt positive Wirkungen.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum warnt jedoch vor zu viel Optimismus. Die Wirkung von Schwarzkümmelöl gegen Krebs ist bisher nicht hinreichend belegt. Tipp: Unabhängig von möglichen Heilwirkungen eignet sich Schwarzkümmelöl hervorragend als Gewürz in der Küche. Sein pikant-würziger, leicht pfeffrigen Geschmack kann Gemüse oder Salatdressings verfeinern und aufwerten. Aber bitte sparsam würzen.
Wie ist Schwarzkümmelöl einzunehmen?
Es gibt noch keine wissenschaftlich unterlegte Dosierungsempfehlung für das Öl. In hoch konzentrierten Präparaten mit Schwarzkümmelöl können sehr hohe Dosen des Wirkstoffs Thymochinon enthalten sein, der möglicherweise die Leber schädigen kann. Die empfohlene Tagesmenge liegt meist zwischen 0,5 und 3 Gramm (das ist ein halber Teelöffel) und sollte unbedingt eingehalten werden. Sollten Sie Medikamente einnehmen, ist eine ärztliche Abklärung auf mögliche Nebenwirkungen, z. B. Juckreiz oder Übelkeit ratsam.
Was ist bei der Auswahl eines Schwarzkümmelöl-Produkts zu beachten?
Wenn Sie folgende vier Kriterien bei der Auswahl ihres Schwarzkümmelöls beachten, können Sie nichts falsch machen:
- Auf dem Produkt sollte „ägyptischer Schwarzkümmel” sowie „kalt gepresst ohne Lösungsmittel”angegeben sein. Ägyptischer Schwarzkümmel hat durch seinen höheren Thymochinongehalt eine vergleichsweise bessere medizinische Wirkung. Zudem bleiben hitzeempfindliche Wirkstoffe im Öl durch die Kaltpressung erhalten. Achten Sie beim Kauf daher immer auf Herkunftsland und Extraktionsmethode.
- Auf dem Etikett der Verpackung des Produkts sollten konkrete Mengenangaben der Wirkstoffe stehen. Angaben in Prozent sind nicht sehr aussagefähig. Qualitativ hochwertiges Schwarzkümmelöl sollte mindestens 1000 mg Linolsäure, messbare Mengen an Thymochinon und natürliches Vitamin E enthalten. Außerdem sollte eine Tagesdosis aus mindestens 2000 mg Schwarzkümmelöl bestehen.
- Ferner spielen auch die Herstellungsstandards eine wichtige Rolle. Vergewissern Sie sich vor einem Kauf, ob das Produkt nach GMP-Standards (Good Manufacturing Practice) hergestellt und von unabhängigen deutschen Labors getestet und zertifiziert wurde.
- Das Produkt sollte weder Konservierungsmittel noch Farbstoffe und Allergene enthalten und zum Schutz des Öls gegen Licht und Feuchtigkeit in Kapselform (meist Softgel-Kapseln) abgefüllt, angeboten werden. Auf diese Weise wird vermieden, dass das empfindliche Öl schnell oxidiert und ranzig wird. Kaufen Sie Schwarzkümmelöl auch niemals in durchsichtigen Flaschen. Seriöse Händler verkaufen ihr Produkt grundsätzlich in Braunglasflaschen, die den Lichteinfall hemmen.
Was sind die größten Irrtümer in Bezug auf Schwarzkümmelöl?
Irrtum Nr. 1 ist, der Glaube das Schwarzkümmelöl gleich Schwarzkümmelöl ist. Das ist ein Mythos. Es gibt große Qualitätsunterschiede unter den verschiedenen Marken. Die Qualität des Öls hängt nicht nur von seiner Herkunft, sondern auch von den Anbaubedingungen und den Verarbeitungsmethoden ab. Bei einem Vergleich von Schwarzkümmelsamen aus verschiedenen Regionen (z. B. Indien, Türkei, Syrien, Ägypten), kam heraus, dass der Samen aus Ägypten den höchsten Thymochinon-Gehalt aufwies. Zur Erinnerung: das Thymochinon ist der wichtigste Wirkstoff im Schwarzkümmelöl. Die hohe Konzentration ist dem trockenen Wüstenklima Ägyptens geschuldet. Hinzu kommen kühle Nächte und ein mineralhaltiger Boden. Diese Kombination guter Wachstumsbedingungen bewirken einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen. Ein weiterer Irrtum betrifft die Verarbeitungsmethode. Hitze z. B kann die Qualität des Öls erheblich beeinträchtigen. Die von manchen Herstellern verwendeten billigeren Hitzeextraktionsverfahren zerstören die empfindlichen Verbindungen im Öl und machen es nur minderwertiger. Die einzige Extraktionsmethode, bei der das gesamte Spektrum der bioaktiven Inhaltsstoffe ohne Qualitätsverlust erhalten bleibt, ist die Kaltpressung.
Noch ein wichtiger Fakt über Schwarzkümmelöl.
Auch wenn Thymochinon einer der wichtigsten Wirkstoffe des Öls ist, sollte immer bedacht werden, dass die medizinische Wirkung von Schwarzkümmelöl vor allem durch Synergieeffekte wirkt, nicht durch einzelne Inhaltsstoffe. Dass die gesundheitlichen Vorteile von Schwarzkümmelöl aus der Wechselwirkung seiner Verbindungen resultiert, wird auch durch zahlreiche Forschungsergebnisse belegt. So wirken z. B. Thymochinon, Linolsäure, Vitamin E und ätherische Öle zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Fazit
Mehr als ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung leidet regelmäßig unter gesundheitlichen Beschwerden wie Entzündungen, Schlafstörungen, Verdauungsproblemen und Immunschwäche. Umfragen des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) zeigen, das eine zunehmende Anzahl der Deutschen nach Alternativen suchen, die das natürliche Gleichgewicht des Körpers wieder herstellen können, anstatt nur Symptome zu unterdrücken. Natürliche Heilmittel wie Schwarzkümmelöl werden wieder verstärkt hinterfragt. Da Schwarzkümmelöl aber nicht nur Verwendung als Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch als Speiseöl oder in der Hautpflege findet, gibt es zahlreiche Anbieter.
