Steuerfrei sind nicht „Überstunden an sich“, sondern nur bestimmte Überstundenzuschläge. Für „normale“ Überstunden (50%-Zuschlag) gilt 2026: bis zu 15 Überstundenzuschläge pro Monat können bis maximal 170 Euro pro Monat lohnsteuerfrei bleiben.
Der Grundlohn für die Überstunden ist immer steuerpflichtig. Und: Auch wenn ein Zuschlag lohnsteuerfrei ist, fallen in der Praxis oft trotzdem Sozialversicherung und weitere Abgaben an.
| Regelbereich | Was ist lohnsteuerfrei | Grenze 2026 | Typische Stolperfalle |
|---|---|---|---|
| Normale Überstunden | Zuschläge für Überstunden | Für die ersten 15 Überstundenzuschläge pro Monat maximal 170 Euro | Viele denken, die ganzen Überstunden wären steuerfrei. Das stimmt nicht. |
| Sonntag, Feiertag, Nacht und SEG | Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit und damit zusammenhängende Überstundenzuschläge sowie Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen; ab 2026 auch Feiertagsarbeitsentgelt im Rahmen des Freibetrags | Bis 400 Euro pro Monat (Sonderfall Nachtarbeit bei überwiegender Nachtarbeit: höherer Freibetrag) | Alles wird „zusammen“ gezählt. Wenn der Topf ausgeschöpft ist, ist der Rest steuerpflichtig. |
| Ab 2027 | Normale Überstunden-Zuschläge | Voraussichtlich wieder 10 Überstundenzuschläge pro Monat bis max. 120 Euro | Viele rechnen 2026-Regel dauerhaft weiter. |
So funktionieren die Regeln im Alltag
Warum die Frage oft falsch verstanden wird
Im Steuerrecht geht es bei Überstunden fast immer um den Zuschlag. Der Grundlohn für die Überstunde wird wie normales Gehalt versteuert. Steuerfrei kann nur der Zuschlag sein – und auch nur innerhalb der Grenzen.
Die Kernregel 2026 in einfachen Worten
Wenn du Überstunden machst und dafür einen Zuschlag bekommst, kann dieser Zuschlag 2026 lohnsteuerfrei sein – aber nur:
- für die ersten 15 Überstunden-Zuschläge im Monat,
- nur in einem Ausmaß bis zu 50 Prozent des Grundlohns,
- und insgesamt nur bis maximal 170 Euro pro Monat.
Alles darüber ist lohnsteuerpflichtig.
Mini-Beispiel damit du es sofort siehst
Du machst 15 Überstunden und bekommst dafür je Überstunde 10 Euro Zuschlag. Dann sind 150 Euro Zuschlag im Monat im Rahmen und können lohnsteuerfrei sein. Machst du 20 Überstunden, sind die Zuschläge für die zusätzlichen 5 Überstunden grundsätzlich lohnsteuerpflichtig, sofern nicht ein anderer Begünstigungstopf greift.
Sonntag, Feiertag und Nacht sind ein eigener Begünstigungstopf
Für Zuschläge zu Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit gibt es einen eigenen monatlichen Freibetrag. Dieser Topf umfasst auch Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen sowie die damit zusammenhängenden Überstundenzuschläge. Neu ist, dass ab 2026 auch das Feiertagsarbeitsentgelt im Rahmen dieses Freibetrags ausdrücklich miterfasst ist.
Was du unbedingt wissen solltest zu Abgaben
Lohnsteuerfrei heißt nicht automatisch „abgabenfrei“. In der Praxis fallen Sozialversicherung und weitere Abgaben typischerweise auch für Zuschläge an, selbst wenn diese lohnsteuerfrei sind. Das ist der Grund, warum der Netto-Effekt oft kleiner ist als erwartet.
Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen
- Es müssen echte Überstunden sein, die über die maßgebliche Normalarbeitszeit hinausgehen.
- Der Zuschlag muss zusätzlich zum Grundlohn ausbezahlt werden und in der Abrechnung nachvollziehbar sein.
- Arbeitszeitaufzeichnungen sind in der Praxis der wichtigste Nachweis.
Sonderfall Pauschale und All-in
Bei Überstundenpauschalen und All-in-Vereinbarungen wird es heikel: Steuerfreie Zuschläge sind nur dann realistisch haltbar, wenn die Überstunden eindeutig vereinbart und tatsächlich nachweisbar geleistet wurden. Fehlt eine klare Trennung oder ist nicht nachvollziehbar, ob es „echte Überstunden“ sind, kann die Begünstigung im Prüfungsfall wegfallen.
Sonderfall Gleitzeit
Bei Gleitzeit ist entscheidend, ob Stunden echte Überstunden sind oder nur Gutstunden innerhalb der Gleitzeit. In der Praxis kann die steuerliche Begünstigung bei langen Gleitzeitperioden oft erst am Ende der Gleitzeitperiode sauber beurteilt werden. Wenn Überstunden ausdrücklich angeordnet werden und klar als Überstunden gelten, ist eine monatliche Begünstigung eher möglich.
Praktische Checkliste für deinen Lohnzettel
- Steht der Überstundengrundlohn getrennt vom Zuschlag?
- Ist klar ersichtlich, wie viele Überstunden-Zuschläge begünstigt sind?
- Wird der Höchstbetrag 170 Euro pro Monat eingehalten?
- Gibt es zusätzlich Zuschläge für Sonntag, Feiertag oder Nacht und wird der 400-Euro-Topf korrekt behandelt?
- Gibt es bei Pauschale oder All-in nachvollziehbare Arbeitszeitaufzeichnungen?
FAQ zu steuerfreien Überstunden 2026?
Wie viele Überstunden sind 2026 steuerfrei?
Keine Überstunde als solche ist steuerfrei. Steuerfrei kann nur der Zuschlag sein. 2026 können Zuschläge für bis zu 15 Überstunden pro Monat bis maximal 170 Euro lohnsteuerfrei bleiben.
Ist der Überstundengrundlohn auch steuerfrei?
Nein. Der Grundlohn ist immer steuerpflichtig.
Was passiert, wenn ich mehr als 15 Überstunden im Monat mache?
Dann sind die Zuschläge für die darüber hinausgehenden Überstunden grundsätzlich lohnsteuerpflichtig, außer sie fallen unter andere begünstigte Zuschläge, etwa für Sonntag, Feiertag oder Nacht innerhalb des entsprechenden Freibetrags.
Gilt die Steuerfreiheit auch bei 100-Prozent-Zuschlägen?
Für die normale Überstundenbegünstigung gilt die Steuerfreiheit nur bis zu einem Zuschlag von 50 Prozent des Grundlohns. Höhere Zuschläge können teilweise über andere Begünstigungen fallen, wenn sie Sonntags-, Feiertags- oder Nachtzuschläge sind und der entsprechende Freibetrag nicht überschritten wird.
Kann mein Arbeitgeber das einfach pauschal „steuerfrei“ rechnen?
Nein. Die Begünstigung muss nachvollziehbar sein. In der Praxis braucht es klare Abrechnung und passende Arbeitszeitaufzeichnungen.
Gilt das auch bei All-in-Verträgen?
Nur wenn echte Überstunden klar vereinbart und nachweisbar geleistet wurden. Wenn die Trennung nicht nachvollziehbar ist, ist das Risiko hoch, dass die Begünstigung bei einer Prüfung nicht anerkannt wird.
Was ist mit Feiertagsarbeit 2026?
Ab 2026 ist Feiertagsarbeitsentgelt bis zu 400 Euro pro Monat im Rahmen des Freibetrags steuerfrei gestellt, zusammen mit bestimmten Zulagen und Zuschlägen.
Warum ist mein Netto trotz „steuerfreiem Zuschlag“ nicht viel höher?
Weil lohnsteuerfrei nicht automatisch sozialversicherungsfrei bedeutet. In der Praxis laufen oft weiterhin Sozialversicherung und weitere Abgaben.
Quellen – aktuell und seriös, URL ohne Verlinkung
- Wirtschaftskammer Österreich. (2026, 24. Februar). Steuerfreiheit von Überstundenzuschlägen und Feiertagsarbeitsentgelt 2026. https://www.wko.at/lohnverrechnung/steuerfreiheit-ueberstundenzuschlaege-feiertagsarbeit-2026
- Parlament Österreich. (2026, 21. Jänner). Nationalrat beschließt steuerliche Erleichterungen bei Überstunden sowie bei Feiertagsarbeit. https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2026/pk0034
- Österreich.gv.at. (2026, 18. Februar). Einkommensteuergesetz – IA 666, Steuerfreie Überstundenzuschläge 2026. https://www.oesterreich.gv.at/de/Gesetzliche-Neuerungen/Bundesgesetzblatt/estg-ia-666
- Bundesministerium für Finanzen. (2025, 15. Dezember). Das Steuerbuch 2026. https://www.bmf.gv.at/dam/jcr:436f8c01-38e0-41bf-b904-c0e62a862bf1/251117_Steuerbuch2026_DE_BF.pdf
- Arbeiterkammer. (2026). Mein Lohnzettel – Erklärung Überstundenzuschläge und Steuerfreiheit ab 2026. https://lohnzettel.arbeiterkammer.at/print.php
- TPA Group. (o. D.). Überstundenzuschlag bei Gleitzeitvereinbarung – Hinweise zu Begünstigung am Ende der Gleitzeitperiode. https://www.tpa-group.at/news/ueberstundenzuschlag-bei-gleitzeitvereinbarung/
Alle Angaben ohne Gewähr!
