Was ist die THG-Prämie und wie funktioniert sie? – Vorteile, Berechnung, Anbieter & Tipps – Österreich

Die sogenannte THG-Quote, auch als Treibhausgasminderungsquote bekannt, ist ein Klimaschutzinstrument. Es dient dazu, die Treibhausgasemissionen zu senken. Alle Inhaber von E-Autos können sich diese ab dem Jahr 2023 zunutze machen. Sie erhalten eine THG-Prämie, indem sie die durch das Laden von E-Autos eingesparten Emissionen an Mineralölkonzerne verkaufen. Das geschieht nicht direkt, sondern über spezielle Anbieter, von denen es in Österreich einige gibt. Die THG-Prämie kann nicht nur für privat genutzte Fahrzeuge, sondern auch für Geschäftsfahrzeuge und Elektroflotten, E-Transporter, Elektrobusse und E-Lkw beantragt werden.

Die THG-Prämie kann einmal pro Jahr und Fahrzeug beantragt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie vorwiegend an Ihrer privaten Ladesäule aufladen. Laden Sie größtenteils an einer öffentlichen Ladestation, sind Sie nicht prämienberechtigt!

Warum die THG-Quote?

Klimaschutz wird in der heutigen Zeit immer wichtiger und auch die österreichische Bundesregierung plant, mehr erneuerbare Energien im Verkehr zu nutzen. Dabei spielen elektrisch betriebene Autos die wohl größte Rolle. Klimaschädliche Emissionen sollen Jahr für Jahr verringert werden. Bis zum Jahr 2023 hat Österreich es sich zum Ziel gesetzt, eine Treibhausgas-Minderungsquote von 13 Prozent zu erreichen.

Wo kann ich die THG-Prämie beantragen?
Die Prämie beantragen Sie nicht direkt beim Umweltbundesamt. Stattdessen wenden Sie sich an einen der zahlreichen Kooperationspartner. Ihr Vorteil: Diese übernehmen für Sie die komplette Abwicklung von der Erfassung bis hin zum Verkauf der THG-Quote.

Die wichtigsten Anbieter in Österreich sind:

  • carbonify
  • Quotlix
  • Elektrovorteil
  • MoonPower
  • instadrive
  • Neoom

Die momentan beste Prämie mit 100 Euro im Jahr erhalten Sie bei Quotlix und instadrive. Doch auch bei MoonPower, der Salzburg AG oder Elektrovorteil sind die Prämien mit 90 Euro ähnlich hoch.

Doch warum muss man den Umweg über Kooperationspartner gehen? Die THG-Quoten können erst ab 100.000 kWh Strom vom Umweltbundesamt zertifiziert und gehandelt werden. Daher bündeln die Kooperationspartner wie Neoom oder Quotlix verschiedener Nutzer, um sie einzureichen und so die Prämie abzuwickeln. Für Sie als Halter eines Elektrofahrzeugs bedeutet das minimalen Aufwand. Bedenken Sie nur, dass Sie bei einer Um- oder Abmeldung des Fahrzeuges verpflichtet sind, diese Änderungen Ihrem Kooperationspartner unverzüglich mitzuteilen. Bei einem unterjährigen Verkauf Ihres Fahrzeugs erhalten Sie selbstverständlich eine anteilige Prämie im Folgejahr ausgezahlt.

Doch für welchen Anbieter sollten Sie sich nun entscheiden?

Am besten vergleichen Sie mehrere Kooperationspartner miteinander. Bedenken Sie, dass einige Anbieter Ihnen eine Sofortprämie offerieren; bei anderen Partnern müssen Sie auf Ihre Prämie bis zum Folgejahr warten.

Achten Sie besonders auf eine feste Auszahlungshöhe. In Österreich liegen Quotlix und Carbonify an der Spitze, mit 108 ( Quotlix ) bzw 107 Euro ( Carbonify ) .

Setzen Sie eher auf eine flexible Prämie, bedenken Sie, dass diese von den aktuellen Bedingungen am Markt abhängig ist. Die Voraussetzungen zum Erhalt der Prämie und der Registrierungsprozess sind dagegen bei allen Kooperationspartnern gleich. Selbstverständlich fallen auch keine weiteren Kosten für Sie als Besitzer eines E-Autos an, wenn Sie sich bei einem Kooperationspartner registrieren. Diese decken ihre Kosten durch einen Anteil am Verkaufserlös.

Wie hoch ist die Prämie?

Wie hoch die THG-Prämie letztendlich ausfällt, ist sowohl von der aktuellen Marktlage als auch vom jeweiligen Anbieter abhängig. Grundsätzlich werden zwei Varianten unterschieden: die pauschale Prämie und eine individuelle Prämie. Die Pauschalprämie beträgt bis zu 108 Euro im Kalenderjahr. Diese erhalten Sie, wenn Sie Ihre exakte Lademenge nicht nachweisen können. Höher kann Ihre Prämie ausfallen, wenn Sie Ihr Fahrzeug an der heimischen Wallbox laden und diese Ladevorgänge genau aufzeichnen. Pro Kilowattstunde erhalten Sie dann einen festgelegten Geldwert, der wiederum von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ist.

Bei der gewöhnlichen Jahresprämie wird pauschal mit 1.500 kWh pro Jahr und Fahrzeug gerechnet. Diese können Sie immer dann in Anspruch nehmen, wenn Sie keinen MID konformen Zähler an Ihrer Ladesäule haben. Mehr Geld können Sie sich sichern, wenn Sie eine MID konforme Ladestation bei sich zu Hause haben. Diese enthält einen Stromzähler, der gemäß der EU-Messgeräterichtlinie geprüft und zertifiziert ist. Eine solche Ladestation erkennen Sie an der Kennung M und der Jahreszahl, also zum Beispiel M23. Die kWh-basierte Prämie beträgt durchschnittlich 6 Cent je Kilowattstunde. Für Vielfahrer/Viellader ist sie also lukrativ und sinnvoll.

Wie hoch genau Ihre THG-Prämie für das Folgejahr sein wird, ist von folgenden Faktoren abhängig:

der CO2-Einsparung Ihres Fahrzeugs

  • dem Kraftstoffbasiswert
  • der THG-Minderungsquote
  • dem spezifischen Emissionsfaktor
  • dem Anrechnungsfaktor und der Pauschale

Die Kohlendioxideinsparung Ihres Fahrzeugs ist dabei einer der wichtigsten Faktoren. Eine feste Rechengröße ist dagegen der Kraftstoffbasiswert, Hierbei handelt es sich um den durchschnittlichen Ausstoß an Treibhausgasen bei Verwendung fossiler Kraftstoffe, angegeben als 94,1 g CO2-Äquivalent/MJ. Die THG-Minderungsquote dagegen ändert sich jedes Jahr. Dieser festgelegte Prozentsatz der Treibhausgasreduktion im Vergleich zum Basiswert für fossile Kraftstoffe betrug etwa für das Jahr 2023 6 Prozent und steigt bis zum Jahr 2030 kontinuierlich auf bis zu 13 Prozent.

Die THG-Prämie können Sie auch deshalb nicht direkt selbst berechnen, weil die genaue Höhe vom Marktpreis für CO₂-Zertifikate abhängt.

Der Anbieter Elektrovorteil geht von folgender Formel zur Berechnung der THG-Prämie aus:

THG-Prämie je E-KFZ = CO2-Einsparung je E-KFZ * Quoten-Vermarktungswert in € / t CO2-Äquivalent * Abwicklungspauschale

Die Höhe der Prämie, die Sie letztendlich erhalten, ist nicht nur von den vorgenannten Faktoren abhängig, sondern natürlich auch von dem Zeitraum, in welchem Sie Halter des KFZ sind.

Wann wird die THG-Prämie ausgezahlt?

Die Auszahlung der Prämie erfolgt im Normalfall frühestens ab August des Folgejahres. Haben Sie also zum Beispiel für 2025 eine Prämie beantragt, erfolgt die Prüfung durch das Bundesumweltamt frühestens Ende März 2026. Da diese Wartefrist verhältnismäßig lang ist, bieten die meisten Anbieter Sofortprämien an. Diese erhalten Sie spätestens binnen 30 Werktagen auf Ihrem Bankkonto gutgeschrieben. Allerdings müssen Sie hier kleine Abstriche machen: Die Sofortprämie fällt durchschnittlich 20 Euro geringer aus als die gewöhnliche Prämie.

Was sind weitere Voraussetzungen für den Erhalt der Prämie?

Um die THG-Prämie zu erhalten, müssen Sie ein reinelektrisches Fahrzeug besitzen und als dessen Halter im Fahrzeugschein eingetragen sein. Eine Kopie der Zulassungsbescheinigung gilt als ein Nachweis, den Sie bei jeder Beantragung erbringen müssen. Suchen Sie sich einen Anbieter in Österreich aus und registrieren Sie sich dort. Danach können Sie sofort online ein Foto Ihrer Zulassung hochladen und den Rest einfach dem Anbieter überlassen. Bei den meisten Anbietern müssen Sie dann noch zwischen normaler Prämie und Sofortprämie entscheiden. Sofortprämie bedeutet, dass Ihnen diese innerhalb weniger Tage ausgezahlt wird. Der Nachteil dabei ist, dass die Sofortprämie durchschnittlich 20 Euro geringer ausfällt als die reguläre Prämie.

Für welche Fahrzeuge kommt die THG-Prämie genau in Frage?

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie für Ihr Fahrzeug eine THG-Prämie beantragen können? Für folgende KFZ ist das in Österreich möglich:
reine Elektrofahrzeuge zur Personenbeförderung

  • E-Busse
  • elektrische Nutzfahrzeuge
  • E-LKW
  • Vierrädrige und zweispurige Fahrzeuge der Klasse L

Für diese Fahrzeuge dagegen kommt die THG-Prämie nicht in Frage:

  • Plug-in-Hybride
  • E-Scooter
  • E-Motorräder
  • E-Bikes
  • Wasserstofffahrzeuge
  • Erdgasfahrzeuge

Eine Ausnahme besteht hier für Plug-in-Hybride. Für diese Fahrzeuge können Sie dann eine Prämie erhalten, wenn die jährliche Lademenge 10.000 kWh übersteigt.

Erhalten auch Firmen die THG-Prämie?

Natürlich können auch Firmeninhaber die THG-Prämie beantragen. Haben Sie einen rein elektrischen Fuhrpark und sind als Halter dieser Fahrzeuge eingetragen, können Sie problemlos einen entsprechenden Antrag stellen. Die Anmeldung und Kontingentierung erfolgt in der Regel nach einem geschätztem Jahresverbrauch. Größere Firmen, die jährlich mehr als 10.000 kWh laden, sollten mehrere Anbieter miteinander vergleichen und sich entsprechende Angebote unterbreiten lassen.

Gibt es auch Nachteile bei der THG-Prämie?

Wenn Sie sich für die THG-Prämie registrieren, können Sie nur gewinnen. Sie müssen nichts weiter tun, als sich einen Kooperationspartner auszuwählen, dort zu registrieren und Ihren gültigen Fahrzeugschein hochzuladen. Dann bekommen Sie die Prämie entweder im Folgejahr oder bei einer Sofortprämie binnen 30 Tagen ausgezahlt.

Ein Nachteil im Vergleich zur THG-Prämie in Deutschland: Die Auszahlung dauert bei der gewöhnlichen Prämie in Österreich länger. In einigen wenigen Fällen kann es sogar mehr als ein Jahr dauern, bis die Prämie an Sie ausgezahlt wird. Reine Plug-in-Hybride sind übrigens von der THG-Prämie ausgeschlossen; für diese Fahrzeuge erhalten Sie keine Förderung. Auch zulassungsfreie E-Roller bekommen keine THG-Prämie.

FAQ

Seit wann gibt es die THG-Prämie?

Die THG-Prämie wurde in Österreich erst im Jahr 2023 und demnach später als in Deutschland eingeführt. Anders als in Deutschland erfolgt die Auszahlung der Quote abhängig von der Haltedauer des Fahrzeugs und kann anteilig ausfallen. Die Auszahlungsdauer kann anders als in Deutschland mehr als ein Jahr betragen, da das Bundesumweltamt in Österreich nur einmal im Jahr eine Prüfung vornimmt.

Wo kann ich die THG-Prämie beantragen?

Die THG-Prämie beantragen Sie als Halter eines E-Fahrzeuges nicht direkt beim Bundesumweltamt. Stattdessen registrieren Sie sich bei einem der Kooperationspartner, der die Beantragung für Sie übernimmt.

Welche Fahrzeuge sind prämienberechtigt?

Prämienberechtigt sind alle elektrischen, zweispurigen Kraftfahrzeuge, auch Busse und LKWs.

Wann erhalte ich meine Prämienzahlung?
I

m Normalfall erhalten Sie Ihre Prämienzahlung in der zweiten Jahreshälfte des Folgejahres, denn das Umweltbundesamt prüft eingehende Anträge etwa ab Ende März. Damit die Bearbeitung zeitnah erfolgen kann, reichen Sie den Antrag für das laufende Jahr bestenfalls bis zum 31. Oktober ein.

Was ist der Unterschied zwischen der klassischen Auszahlung und der Expressauszahlung?
Bei den meisten Anbietern können Sie zwischen einer klassischen Auszahlung und der Sofortauszahlung auswählen. Eine Expresszahlung bedeutet, dass diese nicht erst durch das Bundesumweltamt geprüft wird und Ihnen das Geld spätestens innerhalb von 30 Tagen auf Ihrem Bankkonto gutgeschrieben wird. Allerdings ist die Prämie durchschnittlich 20 Euro geringer als bei der klassischen Auszahlung.

Wie oft kann ich die THG-Prämie erhalten?

Die THG-Prämie können Sie pro Fahrzeug einmal jährlich beantragen. Das bedeutet, dass Sie jedes Jahr aufs Neue Ihre THG-Prämie erhalten. Die Auszahlung der Prämie erfolgt auf das Bankkonto, welches Sie im Registrierungsprozess angegeben haben. Die Zuteilung der THG-Quote und die Auszahlung erfolgen fahrzeuggebunden. Das bedeutet, dass Sie auch mehrere Fahrzeuge registrieren können, wenn diese auf Sie zugelassen sind.

Wie hoch ist die THG-Prämie?

Wie viel Geld Sie erhalten, ist von Ihrer tatsächlichen Lademenge abhängig. Grundsätzlich wird von einer Lademenge von 1.500 kWh im Jahr ausgegangen; dann erhalten Sie einen pauschalen Förderbetrag. Wenn Sie die Ladung an Ihrer heimischen Wallbox permanent messen und dokumentieren, bekommen Sie diese tatsächliche Lademenge vergütet.

Muss die THG-Prämie versteuert werden?

Da die THG-Prämie keiner Einkunftsart zugeordnet werden kann, unterliegt die Zahlung der Prämie nicht der Einkommenssteuer. Als privater KFZ-Besitzer müssen Sie die Prämie demnach nicht in Ihrer Steuererklärung angeben. Anders sieht es bei betrieblich genutzten Fahrzeugen aus. Erhaltene THG-Prämien sind Betriebseinnahmen und damit als Teil des Gewinns steuerpflichtig.

Was passiert, wenn ein Fahrzeug unterjährig gekauft oder verkauft wird?

Selbstverständlich haben Sie auch in diesem Fall Anspruch auf eine anteilige THG-Prämie. Solch eine „Aliquote Auszahlung“ erhalten Sie aber nur dann, wenn Sie die An- oder Ummeldung rechtzeitig melden.

Gilt die THG-Prämie auch für Firmenfahrzeuge?

Ja, die Prämie kann auch für Firmenwagen immer dann beantragt werden, wenn die Firma als Halter des Fahrzeugs eingetragen ist. Je größer Ihre Firmenflotte an E-Autos, desto mehr profitieren Sie von der THG-Prämie. Am besten lassen Sie sich dann ein individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Angebot unterbreiten.

Fazit

Elektrisch betriebene Fahrzeuge haben nicht nur niedrigere Betriebskosten aufgrund des auf den Kilometer gerechnet günstigeren Treibstoffes. Auch zahlen Sie für diese Fahrzeuge in Österreich keine KFZ-Steuer und nachweislich weniger Wartungskosten. Doch damit nicht genug: Sie können für Ihr E-Auto diverse Förderungen in Anspruch nehmen. Die THG-Prämie ist eine dieser Fördermöglichkeiten, die Ihnen in Österreich für Ihr E-Auto geboten wird. Die Antragstellung ist völlig unkompliziert und Sie können sich im Folgejahr über eine Gutschrift auf Ihrem Konto freuen. Diese Einnahme müssen Sie nicht versteuern.

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Verfasst von Redaktion

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