Erster Schnee in Wien: Winterdienst im Großeinsatz – was du jetzt wissen musst

Winterdienst - Voller Einsatz in Wien und Österreich Bild: Symbolbild
Winterdienst - Voller Einsatz in Wien und Österreich Bild: Symbolbild

Wien ist heute mit einer weißen Überraschung aufgewacht: In der Nacht auf Sonntag hat es in der ganzen Stadt geschneit – und der Schnee ist liegen geblieben. Für die einen Winterzauber, für andere Stress auf Straße und Gehsteig. Der Winterdienst der MA 48 ist seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz, während die Caritas ihr Kältetelefon hochfährt und Anrainer:innen an ihre Räumpflicht erinnert werden.

Stand: Sonntag, 23. November 2025, Vormittag (Wien)

Wien unter Schnee: Zahlen, Einsatz und Verantwortung

Der erste Schnee ist mehr als nur ein romantisches Insta-Motiv: Er ist ein Stresstest für Winterdienst, Verkehr und Zusammenhalt in der Stadt. Während die 48er mit hunderten Mitarbeiter:innen Straßen und Radwege sichern, liegt ein großer Teil der Verantwortung direkt vor den Haustüren der Wiener:innen – im wahrsten Sinn des Wortes.

Was heute in Wien passiert ist

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Nacht auf Sonntag ist in ganz Wien der erste Schnee der Saison gefallen, im Nordwesten der Stadt liegen bis zu 6–8 Zentimeter.
  • Die MA 48 war die ganze Nacht im Einsatz: Rund 450 Mitarbeiter:innen sind mit mehr als 200 Fahrzeugen unterwegs, um Straßen, Gassen und Radwege zu räumen.
  • Gehsteige bleiben zum Großteil Sache der Anrainer:innen – sie müssen zwischen 6 und 22 Uhr räumen und streuen.
  • Die Caritas warnt: Kälte kann für obdachlose Menschen lebensgefährlich sein und ruft zum Anruf beim Kältetelefon auf.

Wie viel Schnee in Wien gefallen ist

Laut GeoSphere Austria und Wiener Medienberichten hat es in der Nacht auf Sonntag in großen Teilen der Stadt durchgehend geschneit – und zwar so, dass sich eine Schneedecke gebildet hat. Besonders betroffen ist der Nordwesten Wiens und der Wienerwaldbereich:

  • 6 Zentimeter Neuschnee an der Messstelle Hohe Warte (19. Bezirk).
  • Bis zu 8 Zentimeter in Richtung Klosterneuburg.
  • Maximal rund 2 Zentimeter im Südosten und am östlichen Stadtrand.

Für Wien ist Schnee im November nichts Ungewöhnliches: Klimadatenauswertungen zeigen, dass die erste geschlossene Schneedecke im langjährigen Schnitt rund ab Mitte bis Ende November auftritt. Durch die Klimaerwärmung verschiebt sich dieser Zeitpunkt allerdings im Durchschnitt um ein bis zwei Wochen nach hinten – umso bemerkenswerter, dass es heuer schon Ende November ordentlich geschneit hat.

Winterdienst im Großeinsatz: 450 Leute, über 200 Fahrzeuge

Schon in der Nacht, als der Regen langsam in Schnee überging, rückte der Winterdienst der MA 48 aus. Laut Stadt und Medienberichten sind:

  • rund 450 Mitarbeiter:innen im Einsatz,
  • 68 Großfahrzeuge und
  • 143 Kleinfahrzeuge unterwegs,

um vor allem Hauptverkehrsrouten, wichtige Nebenstraßen, Buslinien, Steigungen und Radwege frei zu halten. Der Fokus liegt in der Früh naturgemäß auf dem Berufsverkehr – kleinere Gassen und weniger frequentierte Straßen folgen, sobald die Hauptachsen gesichert sind.

Die Sprecher:innen der MA 48 melden am Vormittag: Der Einsatz läuft planmäßig, größere Verkehrschaos-Szenen wie in manchen Wintern bleiben vorerst aus. Trotzdem ist die Stadt spürbar langsamer unterwegs – was in so einer Situation auch gut so ist.

So ist Wiens Winterdienst grundsätzlich aufgestellt

Dass heute alles relativ rund läuft, ist das Ergebnis monatelanger Vorbereitung. Laut aktueller Aussendungen der Stadt Wien gilt für diese Wintersaison:

  • Bis zu 1.400 geschulte Mitarbeiter:innen stehen im Maximum für den Winterdienst bereit.
  • 281 Räum- und Streufahrzeuge sind verfügbar – davon rund 70 Fahrzeuge von privaten Partnerfirmen.
  • Geräumt und gestreut wird auf einem 2.800 Kilometer langen Straßennetz, das etwa 24,5 Millionen Quadratmeter Straßenfläche umfasst.
  • Zusätzlich betreut die MA 48 rund 1.060 Kilometer Gehsteige, kombinierte Geh- und Radwege, Stiegen und Marktflächen.
  • Insgesamt gibt es 11 Winterdienstlagerplätze und 10 Glättewarnanlagen im Stadtgebiet.

Technologisch setzt Wien auf moderne Doppelklingenpflüge und Kombistreuer, die je nach Temperatur zwischen Feuchtsalz und Sole wechseln. Ziel ist es, mit möglichst wenig Salz möglichst viel Wirkung zu erzielen – also „so wenig wie möglich und so viel wie nötig“, wie es der zuständige Stadtrat formuliert.

Räumpflichten für Hausbesitzer:innen und Vermieter:innen

So gut der Winterdienst auf den Straßen funktioniert – für viele Unfälle sind gar nicht die Fahrbahnen das Problem, sondern die Gehsteige. Und hier sind in Wien in erster Linie die Anrainer:innen am Zug.

Die rechtliche Basis bildet § 93 der Straßenverkehrsordnung sowie die Wiener Regelungen zur Winterbetreuung. Zusammengefasst heißt das:

  • Zeit: Gehsteige und Gehwege müssen zwischen 6 und 22 Uhr geräumt und – bei Glätte – gestreut sein.
  • Bereich: Es ist jener Gehweg/Gehsteig zu betreuen, der an die Liegenschaft grenzt und maximal 3 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt ist.
  • Breite: In Wien sollen Gehsteige in der Regel auf zwei Drittel der Breite geräumt werden; ist der Gehsteig schmäler als 1,5 Meter, muss die gesamte Gehwegbreite betreut werden.
  • Kein Gehsteig vorhanden: Dann ist entlang der Häuserfront ein 1 Meter breiter Streifen am Straßenrand zu räumen und zu streuen.
  • Reihenfolge: Immer zuerst Schnee so gut wie möglich wegschaufeln, dann streuen. Streumittel auf ungeräumter Schneedecke bringen wenig.
  • Umweltschutz: In sensiblen Bereichen (z. B. rund um Bäume, Grünflächen) soll auf Salz verzichtet und mit Splitt oder anderen abstumpfenden Mitteln gearbeitet werden.
  • Haftung: Wer seine Räumpflicht dauerhaft ignoriert, riskiert Verwaltungsstrafen – und haftet im schlimmsten Fall auch zivilrechtlich, wenn jemand auf einem nicht ordnungsgemäß geräumten Gehsteig stürzt.

Wichtig für Mieter:innen: Oft beauftragen Hauseigentümer:innen Hausbesorger:innen oder Reinigungsfirmen mit der Räumung – die rechtliche Verantwortung kann aber je nach Mietvertrag und Vereinbarung trotzdem teilweise auf die Bewohner:innen übergehen. Ein Blick in den Mietvertrag und die Hausordnung lohnt sich.

Sicher unterwegs: Tipps für Fußgänger:innen und Autofahrer:innen

Die Stadt und Verkehrsclubs erinnern zum ersten Schneetag jedes Jahr an ein paar simple, aber entscheidende Regeln. Sie klingen banal – machen aber den Unterschied zwischen glimpflichem Ausrutscher und Spitalsbesuch.

Für Fußgänger:innen:

  • Schuhe mit griffiger, rutschhemmender Sohle tragen, nicht mit glatten Ledersohlen oder abgelaufenen Sneaker-Profilen unterwegs sein.
  • Gangart anpassen: kürzere Schritte, Schwerpunkt leicht über den vorderen Fuß, Handy in die Tasche statt in der Hand.
  • Reflektoren oder helle Kleidung nutzen – bei Schneefall, Dämmerung und Nebel werden Fußgänger:innen schnell übersehen.

Für Autofahrer:innen:

  • In Österreich gilt bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen die Winterreifenpflicht (1. November bis 15. April). Wer noch mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte das Auto heute besser stehen lassen.
  • Abstand deutlich vergrößern: Der Bremsweg ist auf Schneefahrbahn ein Vielfaches länger – auf Eis kann er sich bis zu zehnmal verlängern.
  • Ruckartige Lenkmanöver vermeiden, vorausschauend fahren, sanft bremsen.
  • Scheibenwischer, Scheibenwaschanlage (mit Frostschutz), Eiskratzer, Handschuhe und Decke im Auto bereithalten.

Wenn es lebensgefährlich wird: Caritas-Kältetelefon

Während viele Wiener:innen den ersten Schnee vom Fenster aus genießen, bedeutet er für obdachlose Menschen akute Lebensgefahr. Die Caritas hat deshalb – wie jeden Winter – die Winternothilfe und das Kältetelefon hochgefahren.

Das Kältetelefon der Caritas Wien ist von November bis Ende April rund um die Uhr erreichbar:

  • Kältetelefon Wien: 01 480 45 53

Wenn du jemanden siehst, der bei Kälte offensichtlich im Freien schläft oder hilflos wirkt:

  • Sprich die Person, wenn möglich, kurz an und frag, ob Hilfe gewünscht wird.
  • Rufe das Kältetelefon, melde Standort und Situation.
  • Bei akuter Gesundheitsgefahr immer sofort den Notruf 144 wählen.

Die Caritas schickt Streetworker:innen, die Betroffene mit warmen Decken, Getränken und Essen versorgen und – wenn möglich – in Notquartiere bringen. Caritas-Verantwortliche betonen jedes Jahr: „Jeder Anruf kann ein Leben retten.“

Wie es heute weitergeht

Die Modelle von GeoSphere Austria und die Prognosen heimischer Wetterdienste deuten darauf hin, dass der intensivste Schneefall im Laufe des Tages nachlässt. In Wien bleiben die Temperaturen jedoch um den Gefrierpunkt, in der Nacht kann es noch einmal glatt werden.

Was das konkret heißt:

  • Auf bereits geräumten Straßen sollten sich die Bedingungen tagsüber weiter entspannen – vorausgesetzt, die Fahrweise bleibt angepasst.
  • Auf schlecht betreuten Gehsteigen und in Seitengassen kann sich der Schnee zu Matsch oder Eisplatten entwickeln – dort ist weiter besondere Vorsicht gefragt.
  • Für die nächsten Tage bleibt es eher winterlich-kalt; einzelne Schneeschauer sind weiterhin möglich.

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Quellen

  • ORF.at. (2025, 23. November). Erster Schnee: Winterdienst im Großeinsatz. Wien: ORF Wien.
  • Heute.at. (2025, 23. November). Schnee-Alarm in Wien – Winterdienst im Dauereinsatz. Wien: Heute.
  • Stadt Wien – Presse-Service. (2025, 20. November). 48er-Winterdienst: Wien ist vorbereitet! Wien: Stadt Wien, MA 48.
  • MeinBezirk.at. (2025, November). Wiens Winterdienst für frostige Jahreszeit gewappnet. Wien: Regionalmedien Austria.
  • oe24.at. (2025, 21. November). Winterdienst gut gerüstet für Wien. Wien: Mediengruppe Österreich.
  • GeoSphere Austria. (2025, 19. November). Kalt und in vielen Regionen Schneeflocken. Wien: GeoSphere Austria.
  • Caritas Wien. (o. J.). Kältetelefon. Wien: Caritas der Erzdiözese Wien.
  • Caritas Wien. (o. J.). Winternothilfe. Wien: Caritas der Erzdiözese Wien.
  • Republik Österreich. (2025, 8. Juli). Schneeräumung und Streupflicht. Wien: oesterreich.gv.at.
  • Wien zu Fuß. (o. J.). Schneeräumung. Wien: Mobilitätsagentur Wien.
  • Stadt Wien. (2025, 6. Oktober). Saubere Stadt und Winterdienst. Wien: Stadt Wien.
  • Stadt Wien. (2025, 3. September). Richtig streuen bei Schnee und Eis. Wien: Stadt Wien.
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Verfasst von Redaktion

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