2026 bringt bei Steuern und Lohnzettel mehrere Änderungen, die in der Praxis für viele Menschen wichtiger sind als jede Schlagzeile: neue Tarifstufen, eine Inflationsanpassung (Stichwort „kalte Progression“) und zusätzliche Steuererleichterungen bei Überstunden/Feiertagsarbeit. Der Effekt ist je nach Einkommen und Arbeitszeitmodell unterschiedlich – aber du kannst ihn relativ leicht nachvollziehen.
Hier bekommst du einen klaren Überblick, plus Tipps, wie du deinen Lohnzettel prüfst und typische Denkfehler vermeidest.
Änderungen – Netto & Brutto – Steuern in Österreich 2026
| Thema | Stand | Bedeutung für dich |
|---|---|---|
| Steuerfrei-Grenze | Bis 13.539 € Jahreseinkommen: 0% | Unter dieser Grenze fällt keine Einkommensteuer an. |
| Tarifstufen 2026 | 20% / 30% / 40% / 48% / 50% / 55% | Dein Grenzsteuersatz hängt von deinem Einkommensteil in der jeweiligen Stufe ab. |
| Inflationsanpassung | Tarifstufen wurden um 2/3 der rollierenden Inflation angepasst | Entlastet, aber nicht „voll“ – ein Teil wird budgetär verwendet. |
| Top-Stufe | Einkommen über 1 Mio. €: 55% | Diese höchste Stufe ist von Anpassungslogiken oft ausgenommen. |
| Überstunden 2026 | Bis zu 15 Überstunden/Monat steuerfrei (Deckelbetrag) | Kann sich je nach Branche/Arbeitszeitmodell spürbar im Netto zeigen. |
| Feiertagsarbeit 2026 | Bis zu 400 € monatlich steuerfrei | Für Beschäftigte mit regelmäßiger Feiertagsarbeit relevant. |
| Warum nicht „alles“ angepasst? | 2/3-Mechanik statt Vollausgleich | Aufregerpunkt: Entlastung vs. Budgetkonsolidierung. |
| Wichtig beim Rechnen | Grenzsteuersatz ≠ Durchschnittssteuer | Nur der jeweilige Einkommensteil wird mit dem Satz der Stufe besteuert. |
So wirkt sich das auf dein Netto aus
Die wichtigste Klarstellung (spart dir 80% Verwirrung)
Wenn du in eine höhere Tarifstufe rutschst, wird nicht dein ganzes Einkommen höher besteuert – sondern nur der Teil, der über der jeweiligen Grenze liegt. Darum lohnt sich ein genauer Blick statt Bauchgefühl.
Tarifstufen 2026 (vereinfachte Übersicht)
- 0% bis 13.539 €
- 20% über 13.539 € bis 21.992 €
- 30% über 21.992 € bis 36.458 €
- 40% über 36.458 € bis 70.365 €
- 48% über 70.365 € bis 104.859 €
- 50% über 104.859 € bis 1.000.000 €
- 55% über 1.000.000 €
Überstunden & Feiertage: Warum das 2026 ein „Netto-Hebel“ ist
Zusätzliche Steuerfreiheit für bestimmte Überstunden und Feiertagsarbeit kann bei jenen, die regelmäßig Mehrarbeit leisten, spürbar sein. Praktisch heißt das: Mehr Netto pro zusätzlicher Stunde – und für viele Branchen ist das ein echtes Recruiting- und Motivationsargument.
So prüfst du es am Lohnzettel
- Brutto vergleichen: Brutto 2025 vs. 2026 (gleiches Stundenmodell).
- Steuerbasis checken: Welche Abzüge sind fix (SV), welche variieren (Lohnsteuer).
- Mehrarbeit separat betrachten: Überstunden/Feiertagsanteile getrennt rechnen.
- Monate glätten: Ein einzelner „guter“ Monat ist nicht die Jahresrealität.
Praxisbeispiele
- Vollzeit ohne Überstunden: Effekt kommt hauptsächlich über Tarifstufen-Anpassung.
- Schicht/Feiertag: Steuerfreie Feiertagsarbeit kann Netto deutlich stabilisieren.
- Regelmäßige Überstunden: Hier lohnt sich der Blick auf die Deckelbeträge besonders.
Aktuelle Expert:innen-Meinungen
- BMF: Verweist auf indexierte Tarifstufen und die Berechnung der Anpassung.
- KPMG: Erklärt die Tarifstufen-Anhebung ab 2026 und die Grundlage (rollierende Inflation).
- WKO: Ordnet Tarifstufen und „kalte Progression“ im Steuerkontext ein.
- Parlament: Kommuniziert die neuen Erleichterungen bei Überstunden/Feiertagsarbeit.
- Steuerberatungsperspektive: Warnt vor falscher Interpretation von Grenzsteuersätzen.
- Budgetdebatte: Sieht 2/3-Anpassung als Balance zwischen Entlastung und Konsolidierung.
- Arbeitnehmernahe Sicht: Fokus auf reale Kaufkraft und Preisentwicklung.
- Unternehmenssicht: Mehrarbeit steuerlich begünstigt kann Personalmangel abfedern.
- Ökonomische Sicht: Entlastung wirkt, aber strukturelle Teuerung bleibt entscheidend.
- Sozialpolitische Sicht: Fragt, ob Entlastung „unten“ stark genug ankommt.
FAQ
Was ist 2026 steuerfrei?
Bis 13.539 € Jahreseinkommen fällt keine Einkommensteuer an.
Was bedeutet „2/3-Inflationsanpassung“?
Tarifgrenzen werden nur teilweise mit der Inflation nachgezogen – nicht zu 100%.
Muss ich Angst vor einer höheren Stufe haben?
Nein: Nur der Einkommensteil über der Grenze wird mit dem höheren Satz besteuert.
Was ist bei Überstunden 2026 neu?
Ein Teil der Überstunden wird steuerfrei gestellt (bis zu einer monatlichen Begrenzung).
Und Feiertagsarbeit?
Feiertagsarbeit ist bis zu einem monatlichen Betrag steuerfrei gestellt.
Warum ist das ein Aufreger?
Weil viele volle Inflationsabgeltung erwarten – tatsächlich wird nur ein Teil umgesetzt.
Wie finde ich meinen Effekt am schnellsten?
Vergleiche zwei Monate mit ähnlichem Arbeitszeitmodell und trenne Grundlohn von Mehrarbeit.
Ist das steuerliche Beratung?
Nein. Für konkrete Fälle (z. B. Sonderzahlungen, Selbstständigkeit) lohnt Steuerberatung oder Lohnverrechnung.
Quellen & Stand
- BMF – Steuertarif/Steuerabsetzbeträge (Stand 2026).
- KPMG – Tarifstufen in der Einkommensteuer ab 2026 (Sept. 2025).
- Parlament – Steuerliche Erleichterungen bei Überstunden/Feiertagsarbeit (Jänner 2026).
- WKO – Einkommen-/Körperschaftsteuer 2026 (Stand 2026).
- Finanz.at – Lohnsteuertabelle 2026 (Stand 2026).
