Auch in Österreich werden wir immer besser informiert über die Themen des Natur- und Umweltschutzes und über Ursachen und fatale Auswirkungen des Klimawandels. Aber die allerwenigsten unter uns können einer extremen Form der absoluten Befolgung des Umweltschutzesgedankens nacheifern, die der Engländer Robert Garside vorgelegt hat: Fünf Jahre und acht Monate ist der Brite 48.000 km um die ganze Welt gejoggt und hat in dieser Zeit nur Wassertransportmittel als unerlässliche Reisehilfe benutzt. Mehr Energie ist nicht zu sparen.
Der Normalbürger in Österreich aber wird abseits dieser sehr exaltierten und radikalen Umweltschutz Methode seinen ganz persönlichen Weg zu Naturschutz und Umweltschutz in seinen Lebensstil einbauen müssen. Trotz erschreckender und düsterer Umweltprognosen besteht für jeden Einzelnen angeblich noch eine Chance, durch sein aktives und engagiertes Mitwirken den Umweltkollaps noch abzuwenden.
Der Umwelt-Kontrollbericht des Österreichischen Umweltbundesamtes stellt Österreich zwar allgemein ein gutes Gesamtzeugnis aus, doch müssen Treibhausgas-Emissionen um 36% reduziert werden, in erster Linie bei Verkehr, Industrie und Energieaufwand. Jeder Liter Diesel oder Benzin, den ein Kraftfahrzeug verbraucht, setzt über zweieinhalb Kilogramm Kohlendioxid frei. Und dass die meisten Emissionen bei Fahrten freigesetzt werden, die kürzer als drei Kilometer sind, sollte uns zu denken geben. Um die Emissionen des Treibhausgases CO2 in Österreich zu reduzieren, werben die Österreichischen Bundesbahnen dafür, ihre Dienste noch häufiger in Anspruch zu nehmen, um Natur und Umwelt zu schützen. Zahlreiche preisgünstige Programme nicht nur für Jugendliche und Senioren werden hier angeboten. Sparpreise bei Jahresnetzkarten, Interrail-Ticket, Vorteilscard und Erlebniszüge. Eintrittskarten zu besonderen Events gelten häufig als Tageskarten für Bus und Schiene.
Wenn angeblich 5 Millionen Österreicher einmal im Jahr verreisen, sind vermehrte Angebote wichtig für ein Umdenken vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel. Urlauber, die ihren Urlaub in Wien per Flugzeug (extrem hoher Kerosin-Verbrauch) antreten wollen, würden gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, wenn sie den Weg zum Flughafen nicht mit dem Auto, sondern mit dem CAT zurücklegen würden. Der Individualverkehr ist der Bereich, wo jeder Einzelne schnell und effizient handeln kann. Mit dem ( ev. nur teilweisen ) Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel können vielleicht vom eingeschworenen Autofahrer ganz neue Erkenntnisse in Bezug auf Entspanntheit und Stressfreiheit gewonnen werden und außerdem fährt er noch billiger, wenn er in seiner Kostenrechnung nicht nur das Bahn- oder Busticket, sondern auch Anschaffungs- und Erhaltungskosten eines PKWs berücksichtigt.
Zumindest sollte der Österreicher sich unserer Umwelt und unserer Natur zuliebe für einen energiesparenden Kleinwagen entscheiden, denn derzeit fährt man in Österreich immer größere und schwerere Autos. In der Großstadt ist ein Geländewagen eigentlich nicht notwendig. Außerdem hilft der richtige Reifendruck bereits Sprit zu sparen und der Umwelt zuliebe sollte der Motor im Stau oder bei Bahnübergängen abgestellt werden. Der umweltbewusste Österreicher, der für die tägliche Fahrt zur Arbeit unbedingt ein Auto benötigt, sollte sich mit der Idee des "Auto-Sharing" anfreunden, statt alleine zu fahren.
Anregungen für ein Umdenken unserer Umwelt und unserer Natur zuliebe, gibt es für beinahe jeden Lebensbereich, und sie kommen uns teilweise bekannt vor, harren aber großteils noch ihrer Verwirklichung. Umweltschutz heißt also auch Energie zu sparen und im eigenen Haushalt wahre Stromfresser aufzuspüren. Sei es durch die Anschaffung einer Energiesparlampe, die im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen nur ein Fünftel des Stroms verbraucht, sei es durch Strommessgeräte, die aufschlussreich den enormen Energiekonsum so mancher Elektrogeräte im Haus aufzeigen.