"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann". Diese Prophezeiung des kanadischen Indianerstammes der Cree sollte uns immer gegenwärtig sein, wenn es um unsere Umwelt, unsere Natur, unsere Flüsse und Seen geht.
In Österreich waren eine intakte Umwelt und Natur, saubere Flüsse und Seen für den Österreicher immer schon eher eine Selbstverständlichkeit, für die Besucher aus anderen Ländern oft fast eine Rarität. Diese nach außen hin so freundliche Umwelt musste aber auch erst wieder hergestellt werden, nachdem verheerende Überschwemmungen in der Vergangenheit gezeigt hatten, dass die fast allseits übliche Verbauung und Einengung von Bächen und Flüssen eine der Ursachen dafür waren. Inzwischen gibt man den Fließgewässern in alpenländischen Bereichen wieder mehr Raum. Überflutungszonen wurden eingerichtet, Aulandschaften und Nationalparks entstanden.
Eine in Europa einzigartige Flusslandschaft, der Nationalpark Donau-Auen verbindet Wien und Bratislava. Vom Rand des tosenden Großstadtlebens Wiens bis zur nahen Grenze der Slowakei hat sich die Donau trotz Jahrhunderte langer Regulierungsbemühungen durch unbändige Fließgewässerdynamik ein schmales, naturnahes Auenband erhalten. Nach einer bewegten jüngeren Geschichte - Kraftwerksprojekte, Aubesetzung - konnte dieses bedeutende Feuchtgebiet durch den Status eines Nationalparks dauerhaft unter Schutz gestellt werden. Die Donau ist Lebensader und gestaltendes Element dieser Aulandschaft und das Auf und Ab der Wasserstände bestimmen den Lebensrythmus der Au. Der Fluss nährt eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die sich hier frei von wirtschaftlichen Zwängen entfalten.
Eine Wanderung oder Radtour durch die 9300 Hektar große Au-Landschaft kann zu einem besonderen Naturerlebnis werden, das inzwischen schon 650.000 Besucher jährlich anzieht. Die March-Thaya-Auen liegen ebenfalls vor den Toren Wiens und bezaubern durch eine kontrastreiche Landschaft. In grüner Tropenwildnis und zwischen uralten Baumriesen gibt es viel zu entdecken und zu genießen. Charakteristisch für dieses faszinierende Augebiet sind die exotisch anmutenden Urwälder der March-Thaya-Auen, die letzten Ausläufer pannonischer Tieflandwälder in Österreich. Hier gedeihen auch Pflanzen, die es sonst nur mehr in Süd- und Osteuropa gibt. Die Naturführer durch diese außerordentlichen, idyllischen Auwässer sind bemüht, die Besucher durch besondere Führungen und Wanderungen mit der Einzigartigkeit und Vielfalt dieser eindrucksvollen Landschaft bekannt zu machen. Besonders Kinder sollen durch Abenteuerführungen schon früh mit diesem großen Schatz der Natur vertraut gemacht werden, um zu lernen, ihn zu schätzen und zu bewahren. Unterstützung bei der Revitalisierung von Gewässern und beim Schutz der letzten naturnahen Bäche und Flüsse erhält Österreich vom WWF, dem World Wildlife Fund.