Das politische System in Österreich ist ein Mehrparteiensystem. Parteien sind in der Bundesverfassung verankert und werden im Parteiengesetz näher definiert. Die demokratische Ordnung Österreichs basiert auf der Existenz und Vielfalt politischer Parteien. Die Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit und bilden Regierung und Oposition.
Folgende politischen Parteien sind im österreichischen Nationalrat vertreten:
Österreichische Volkspartei (ÖVP)
Die ÖVP ist eine der beiden Großparteien. Sie wurde 1945 gegründet und ist eine christlich-soziale Partei des konservativ-bürgerlichen Lagers. Die Partei war viele Jahre in der Regierung vertreten. Neben der Alleinregierung war sie auch in unterschiedlichen Koalitionen als großer oder kleiner Koalitionspartner aktiv. Sie verfolgt einen pro Europa Kurs. Bundesparteiobleute und Bundeskanzler der ÖVP waren in chronologischer Reihenfolge: Leopold Kunschek, Leopold Figl, Julius Raab, Alfons Gorbach, Josef Klaus, Hermann Withalm, Karl Schleinzer, Josef Taus, Alois Mock, Josef Riegler, Erhard Busek und Wolfgang Schüssel.
Sozialistische Partei Österreich (SPÖ)
Die SPÖ neben der ÖVP die zweite große Volkspartei Österreichs. Gemäß ihrem Grundsatzprogramm bekennt sie sich zu Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Vollbeschäftigung. Aber auch politische Liberalisierung, Modernisierung und Veränderung werden thematisiert. Die SPÖ war seit dem zweiten Weltkrieg in den meisten Regierungen vertreten, sowohl als Alleinregierung als auch als Koalitionspartner. Bundesparteivorsitzende und Bundeskanzler der SPÖ seit 1945 in chronologischer Reihenfolge: Adolf Schärf, Bruno Pittermann, Bruno Kreisky, Fred Sinowatz, Franz Vranitzky (Vranz), Viktor Klima, Alfred Gusenbauer.
Freiheitliche Partei Österreich (FPÖ)
Die FPÖ ist eine rechtspopulistische, nationalkonservative Partei. Sie wurde am 7. April 1956 in Wien gegründet und ging hauptsächlich aus dem Verband der Unabhängigen (VdU) hervor. Das Wort "freiheitlich" steht bei der FPÖ nicht für den klassischen Liberalismus sondern für Nationalliberalismus. Prägendstes Mitglied war Jörg Haider, der die Partei ab 1986 anführte und sie 1999 zur zweitstärksten Partei Österreichs und zu einer Regierungspartei machte. Danach folgte der politische Absturz und 2005 die Spaltung der Partei in FPÖ und BZÖ. Jörg Haider und viele politische Mitstreiter wechselten in das BZÖ. FPÖ Bundesparteiobleute seit 1956: Anton Reinthaller, Friedrich Peter, Alexander Götz, Norbert Steger, Jörg Haider, Susanne Riess-Passer, Matthias Reichhold, Herbert Haupt, Ursula Haubner, Hilmar Kabas, Heinz Christian Strache (HC Strache).
Die Grünen
Die Grünen setzen sich als politische Partei für Ökologie, Rechte von Minderheiten und eine ökosoziale Steuerreform ein. Laut ihrem Grundsatzprogramm von 2001 sind sie basisdemokratisch, gewaltfrei, ökologisch, solidarisch, feministisch und selbstbestimmt. Die Kampagne gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf (1978) gilt als Geburtsstunde der österreichischen Grün-Bewegung, ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung war 1984 der erfolgreiche Widerstand gegen das Donaukraftwerk Hainburg. 1986 vereinten sich die 1982 gegründeten konservativen Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) mit der progressiveren Alternativen Liste Österreichs (ALÖ, gegründet 1982) als Grüne Alternative (GA). Seit 1993 lautet die offizielle Bezeichnung Die Grünen - Die Grüne Alternative (Grüne). Grüne Bundessprecher seit 1986: Freda Meissner-Blau, Johannes Voggenhuber, Peter Pilz, Madleine Petrovic, Christoph Chorherr, Alexander van der Bellen.
Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ)
Das BZÖ ist eine rechtspopulistische, nationalkonservative Partei. Sie wurde 2005 gegründet und ging aus der FPÖ hervor. Das BZÖ fühlt sich einer wert- und zukunftsorientierten Tradition verpflichtet. Es tritt für die Einführung der Tobin-Steuer (Tobin tax) und einer Einheitssteuer (flat tax) ein. Weitere Themen sind eine restriktive Einwanderungspolitik und Familienpolitik. Bundesparteiobmann ist seit Mai 2006 Peter Westenthaler.